Der erste Blockchain-ETF ist da

Invesco bringt jetzt einen ETF, mit dem Investoren auf Unternehmen setzen können, denen die Blockchain-Technologie neue Ertragspotenziale eröffnet. "Dieser ETF bietet Investoren Zugang zu Unternehmen, die schon heute profitabel wirtschaften, deren Aktien das zusätzliche Ertragspotenzial durch den Einsatz der Blockchain-Technologie aber noch nicht eingepreist haben”, erklärt Chris Mellor, der zuständige Produktmanager bei Invesco.

Der neue Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF wurde in Kooperation mit Elwood Asset Management entwickelt, ein auf institutionelle Anlagelösungen im Bereich digitale Assets und Blockchain-Technologie spezialisiertes Unternehmen. „Die Blockchain-Technologie gibt es bereits seit zehn Jahren. Von vielen wird sie aber weiterhin nur mit Kryptowährungen in Verbindung gebracht. Dabei könnte ihr wahres Potenzial weit darüber hinaus reichen", erläutert Bin Ren, CEO von Elwood.  Insbesondere im Finanzdienstleistungssektor komme die Technologie bereits zum Einsatz, aber künftig auch in anderen Branchen. "Wir glauben, dass das Potenzial der Blockchain-Technologie immer noch deutlich unterschätzt wird – ähnlich wie beim Internet, bei dem sich die meisten anfangs nicht vorstellen konnten, zu was es neben dem E-Mail-Verkehr noch gut sein könnte”, sagt Ren.

 

Der Invesco Elwood Blockchain ETF soll die Wertentwicklung des Elwood Blockchain Global Equity Index durch die physische Replikation der Indexzusammensetzung abbilden. Der Index enthält Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die am Blockchain-Ökosystem partizipieren oder künftig partizipieren könnten. Er ist darauf ausgelegt, sich mit dem potenziellen Wachstum der Blockchain-Technologie weiterzuentwickeln.

 

Bislang enthält der Blockchain ETF  größtenteils aus Unternehmen, die sich in Bezug auf die Nutzung des Blockchain-Potenzials noch in der ‚Entwicklungs-‘ oder ‚Potenzial-Phase‘ befinden, also um Unternehmen, "die gut aufgestellt sind, um von den sich abzeichnenden Möglichkeiten für den Einsatz der Blockchain-Technologie zu profitieren". Mit der fortschreitenden Durchsetzung der Technologie dürften mittelfristig mehr Unternehmen mit direkten Blockchain-Erträgen im ETF zu finden sein. Die im ETF am stärksten vertretenen Branchen sind derzeit die IT mit einem Gewicht von 46%, Finanzwerte (23%). 

 

Der  Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF ist bislang nur an der Londoner Börse notiert, dürfte aber in absehbarer Zeit auch in Deutschland gelistet werden. 

Neue ETFs fast umsonst

Von kostenlosen Fonds sind Europas Anleger inzwischen nur noch einen ganz kleinen Schritt entfernt. Der französische Fondsriese Amundi kommt jetzt mit neun frisch aufgelegten ETFs, die nur noch mit jährlichen Gesamtkosten von fünf Basispunkten (0,05 Prozent) belastet sind.

Die neuen Schnäppchen-ETFs bilden Aktien- und Anleiheindizes der entwickelten Märkte ab. Mit ihren neuen Kampfpreisen unterbieten die Franzosen die meisten Angebote ihrer Konkurrenten. Bislang kosten ETFs auf die großen Indizes meist sieben bis neun Basispunkte oder mehr. Nur Invesco, HSBC und LGIM haben wenige ETFs mit einer Kostenquote von fünf Basispunkten im Programm. Absoluter Preisbrecher ist der französische Anbieter Lyxor, der zwei Aktien-ETFs zu vier Basispunkten offeriert.

 

Die beiden französischen Fondsgesellschaften könnten sich auch in anderer Hinsicht als Trendsetter erweisen: Ihre Discount-ETFs basieren nicht auf Indizes dominierender Anbieter wie MSCI, sondern auf denen kleinerer Anbieter, die niedrigere Lizenzgebühren verlangen. Amundi setzt auf Indizes von Solactive, Lyxor auf Morningstar-Indizes.

Der erste ETF für die E-Auto-Revolution

Der Elektromotor wird wohl in absehbarer Zukunft Benziner und Diesel ablösen. Nicht nur die Umwelt dürfte davon profitieren, sondern auch zahlreiche Unternehmen - und ihre Aktionäre. iShares bringt jetzt den ersten ETF für alle Anleger, die am Durchbruch der Elektro-Mobilität mitverdienen wollen.

Mit dem neuen  iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF  (ISIN IE00BGL86Z12) investieren Anleger  in Unternehmen, die in den Sektoren Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren tätig sind. Dazu gehören vor allem Unternehmen aus der Zulieferindustrie für elektrische und autonome Fahrzeuge. Dazu gehören Battteriehersteller, aber auch viele andere Autozulieferer. Zu den größten Positionen im ETF zählen denn auch die Aktien der Zulieferer SL Corp und Bosch, des Navi-Herstellers Garmin, des Klimaanlagenbauers Hanon Systems, vieler Chiphersteller wie Intel, Integrated Device Technology, Cirrus Logic und des chinesischen E-Autobauers BYD.  

 

Die Chancen für den Durchbruch der E-Autos stehen nicht schlecht. Die CO2-arme Wirtschaft ist sich politischer Unterstützung gewiss – nicht nur in China. Spätestens der neue EU-Emissionsgrenzwert, der ab 2021 gilt, dürfte auch in Europa für einen Nachfrageschub sorgen. Dazu kommen sinkende Kosten der Elektro-Autos.

Für Käufer sind heute die noch deutlich höheren Anschaffungskosten das wichtigste Hemmnis für den Umstieg auf das Elektroauto. Verantwortlich dafür ist die Batterie, die derzeit 37% der Gesamtkosten eines Elektrofahrzeugs der Mittelklasse und damit den Löwenanteil der Zusatzkosten ausmacht.

Immerhin: Der Preisverfall von Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektroautos verbaut werden, scheint den Trend zur Elektromobilität zu unterstützen. So lag laut Daten von Statista im Jahr 2015 der Preis einer Batterie mit 275 Euro pro Kilowattstunde rund 25 Prozent unter dem Vorjahrespreis. Bis zum Jahr 2025 wird derzeit prognostiziert, dass die Preise auf 109 Euro pro Kilowattstunde weiter sinken werden. Sobald sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis zugunsten von Elektroautos ins Positive dreht, dürfte der Konsument reagieren und verstärkt zugreifen. Dieser Wendepunkt wird laut Expertenprognosen um das Jahr 2022 erwartet (Quelle: Bloomberg New Energy Finance, April 2018).

 

iXLM: Wertvoll für ETF-Anleger

Die Deutsche Börse berechnet für ETF-Investoren ab sofort eine neue Kennzahl: Das iXLM (intraday Xetra Liquiditätsmaß) gibt Auskunft darüber, wie sich die Handelskosten eines ETF im Tagesverlauf entwickelt haben. Investoren können hieraus ableiten, in welchem Zeitraum die Handelskosten eines ETFs besonders günstig waren und diese Information in zukünftige Entscheidungen einfließen lassen. Die individuelle Kennzahl steht für alle ETFs auf Xetra zur Verfügung. 

„Implizite Handelskosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten im Handel aus. Wer das iXLM berücksichtigt, kann im ETF-Handel je nach Tageszeit durchschnittlich bis zu 30 Prozent dieser Kosten sparen“, sagt Stephan Kraus, bei der Deutschen Börse für das ETF-Segment verantwortlich. 

 

Die Handelskosten setzen sich aus zwei Bausteinen zusammen: Den expliziten Kosten der Transaktion, die durch die Abwicklung des Auftrags durch Banken und Börsen entstehen – dazu zählen etwa Gebühren und Provisionen, die dem Anleger direkt in Rechnung gestellt werden. Und dem zweiten Baustein, den impliziten Kosten, die sich durch die Liquidität des Wertpapiers ergeben. „Die impliziten Kosten sind von der Lage im Orderbuch abhängig und werden nicht ausgewiesen. Sie sind deshalb nur bedingt nachvollziehbar für Investoren“, erläutert Kraus. 

 

Aus diesem Grund nutzen Investoren und Emittenten bereits seit 2002 das Xetra Liquiditäts- maß (XLM) zur Bewertung der Liquidität von Wertpapieren. Das XLM berechnet für alle Aktien und ETFs im Xetra-Handel die impliziten Transaktionskosten für einen gleichzeitigen Kauf und Verkauf für eine bestimmte Orderbuchgröße: je geringer das XLM, desto geringer die impliziten Handelskosten. 

 

Diese Kosten wurden bislang als Monatsdurchschnitt über den gesamten Handelstag ermittelt. „Doch das XLM schwankt im Tagesverlauf teilweise erheblich“, so Kraus. „Das neue iXLM bildet diese Schwankungen für ETFs im 30-Minuten-Takt ab.“ 

 

Die Deutsche Börse unterteilt zur Berechnung des iXLM den Handelstag von 9:00 bis 17:30 Uhr in halbstündige Intervalle und ermittelt rückwirkend für jede halbe Stunde das iXLM. Einmal im Monat werden die Werte veröffentlicht. Eine aktuelle Auswertung über alle ETFs hin- weg hat ergeben, dass die impliziten Transaktionskosten zum besten Zeitpunkt bis zu 30 Prozent niedriger sind als zum schlechtesten Zeitpunkt im Tagesverlauf. Die monatliche Auswertung wird in der ETF-Statistik der Deutschen Börse veröffentlicht. 

Nachhaltigkeits-ETF: Ossiam setzt auf KI

Mit ihrem neuen Ossiam World ESG Machine Learning UCITS ETF will die französische ETF-Boutique Ossiam vor allem nachhaltig orientierte Anleger ansprechen. Der ETF  setzt auf große und mittelgroße Unternehmen aus entwickelten Ländern, deren Aktien nach Finanz- und ESG-Kriterien bewertet werden. Zur Aktienauswahl verwenden die Franzosen dabei Künstliche Intelligenz (KI).

ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die für den ETF infrage kommenden Aktien werden vor dem Hintergrund dieser drei Kriterien bewertet. Zum Einsatz kommt  dabei ein intelligenter Algorithmus, der laufend von den eingespeisten Daten lernt. Die laufenden Kosten des thesaurierenden ETFs liegen bei 0,65 Prozent. Angeboten wird eine Euro-Klasse (ISIN IE00BF4Q4063) sowie eine in US-Dollar notierte Klasse (ISIN IE00BF4Q3545).