Nachhaltige deutsche Aktien im ETF

Investments in deutsche Aktien, aber mit Nachhaltigkeits-Filter: Das ermöglichen jetzt zwei neue ETFs von iShares und der Credit Suisse. Sie enthalten Aktien aus Dax, MDax und TecDax, die unter ESG-Aspekten hervorstechen

Für Freunde nachhaltiger Anlagemöglichkeiten, die in heimische Unternehmen investieren wollen, hat iShares sein Angebot um einen Dax-ETF mit ESG-Komponente erweitert. Der neue iShares-Dax-ESG- ETF folgt dem Dax-ESG-Target-Index. Die 30 darin enthaltenen Unternehmen werden anhand der ESG-Rating-Informationen des Research-Anbieters Sustainalytics gewichtet. Zudem sind Hersteller von  Waffen, Tabak, Kohle und Atomkraft ausgeschlossen. Die Aktien im iShares-Dax-ESG-ETF kommen nicht nur aus dem Dax-30-Index, sondern auch aus MDax und TecDax. Die jährlichen Kosten des  iShares-Dax-ESG- ETF betragen 0,12 Prozent.

 

Mit dem CSIF-Dax-50-ESG-Blue-ETF will auch die Credit Suisse eine nachhaltige Investi- tionsmöglichkeit in deutsche Top-Unternehmen bieten. Der neue CSIF-Dax-50-ESG-Blue-ETF enthält anstatt 30 Titeln die 50 größten und liquidesten deutschen Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax, die unter ESG-Aspekten hervorstechen. Hersteller von Waffen, Tabak, Kohle und Kernenergie oder mit Geschäftsbeziehungen zum Militär werden ausgeschlossen. Die Kostenquote des CS-ETF beträgt ebenfalls 0,12 Prozent.

Erster ETF für Kuwait-Aktien

Die weißen Flecken auf der ETF-Weltkarte werden immer kleiner. Seit gestern notiert in Frankfurt der erste Kuwait-Aktien-ETF, aufgelegt von der jungen britischen ETF-Manufaktur HANetf. Vielleicht ein heißes Investment: "Kuwait ist ein Land mit enormen Potential", versichert Hector McNeil, co-CEO von HANetf. 

Das kann man durchaus so sehen. Kuwaits Wirtschaftskraft (BIP) ist bislang nur etwa ungefähr so groß wie Hamburgs oder des Sudans. Im vierten Quartal wuchs Kuwaits Wirtschaftsleistung mit einer Jahresrate von relativ bescheidenen zwei Prozent.

 

Da geht noch mehr, auch an der Börse: Die 13 Aktien im neuen KMEFIC FTSE Kuwait Equity ETF kommen zusammen auf einen Börsenwert von etwa 14,6 Milliarden Dollar. Das entspricht der Marktkapitalisierung von RWE.

 

KMEFIC FTSE Kuwait Equity UCITS ETF - Acc,

ISIN IE00BGPBVS44

Kosten p.a. 0,8 %

Neuer ETF für nachhaltige Unternehmensanleihen

Mit dem neuen Easy € Corp Bond SRI Fossil Free ETF von BNP Paribas investieren Anleger in Anleihen von Unternehmen, die unsere Umwelt mit vergleichsweise wenig CO2 Emissionen belasten. Der neue BNP-ETF bildet den MSCI Euro Corporate SRI Sustainable Reduced Fossil Fuel Index von Bloomberg Barclays ab. Dieser Index enthält etwa 400 Anleihen von europäischen Unternehmen mit guter Bonität ("Investment Grade") – allerdings kommen in den Index nur Anleihen von Unternehmen, die wenig oder gar keine fossilen Energieträger verwenden.

Mit dem nachhaltig orientierten Anleihen-ETF will BNP Paribas den Vorlieben seiner Kunden Rechnung tragen. "Unsere Investoren achten bei Anlagen in Anleiheindizes zunehmend auf ihren CO2-Fußabdruck", erklärt Claus Hecher, Head of Business Development ETF und Indexlösungen bei BNP Paribas Asset Management im deutschsprachigen Raum. 

 

Der Easy € Corp Bond SRI Fossil Free UCITS ETF setzt dabei auf Unternehmen mit guter Bonität, die darüber hinaus auch im ESG-Rating von MSCI mindestens ein Rating von mehr als BBB besitzen. Je größer allerdings der CO2-Fußabdruck des Unternehmens ist, desto niedriger wird es im Index gewichtet. Firmen, die die Grundsätze der UN-Initiative Global Compact nicht einhalten oder die in Bereichen wie Alkohol, Glücksspiel, Pornografie, Tabak, Kernkraft, genmanipulierten Organismen oder Waffen tätig sind, werden ganz ausgeschlossen. Der ETF (WKN: A2N8AD) schüttet die Erträge aus und läuft in Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,20 Prozent per annum. 

Der erste Blockchain-ETF ist da

Invesco bringt jetzt einen ETF, mit dem Investoren auf Unternehmen setzen können, denen die Blockchain-Technologie neue Ertragspotenziale eröffnet. "Dieser ETF bietet Investoren Zugang zu Unternehmen, die schon heute profitabel wirtschaften, deren Aktien das zusätzliche Ertragspotenzial durch den Einsatz der Blockchain-Technologie aber noch nicht eingepreist haben”, erklärt Chris Mellor, der zuständige Produktmanager bei Invesco.

Der neue Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF wurde in Kooperation mit Elwood Asset Management entwickelt, ein auf institutionelle Anlagelösungen im Bereich digitale Assets und Blockchain-Technologie spezialisiertes Unternehmen. „Die Blockchain-Technologie gibt es bereits seit zehn Jahren. Von vielen wird sie aber weiterhin nur mit Kryptowährungen in Verbindung gebracht. Dabei könnte ihr wahres Potenzial weit darüber hinaus reichen", erläutert Bin Ren, CEO von Elwood.  Insbesondere im Finanzdienstleistungssektor komme die Technologie bereits zum Einsatz, aber künftig auch in anderen Branchen. "Wir glauben, dass das Potenzial der Blockchain-Technologie immer noch deutlich unterschätzt wird – ähnlich wie beim Internet, bei dem sich die meisten anfangs nicht vorstellen konnten, zu was es neben dem E-Mail-Verkehr noch gut sein könnte”, sagt Ren.

 

Der Invesco Elwood Blockchain ETF soll die Wertentwicklung des Elwood Blockchain Global Equity Index durch die physische Replikation der Indexzusammensetzung abbilden. Der Index enthält Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die am Blockchain-Ökosystem partizipieren oder künftig partizipieren könnten. Er ist darauf ausgelegt, sich mit dem potenziellen Wachstum der Blockchain-Technologie weiterzuentwickeln.

 

Bislang enthält der Blockchain ETF  größtenteils aus Unternehmen, die sich in Bezug auf die Nutzung des Blockchain-Potenzials noch in der ‚Entwicklungs-‘ oder ‚Potenzial-Phase‘ befinden, also um Unternehmen, "die gut aufgestellt sind, um von den sich abzeichnenden Möglichkeiten für den Einsatz der Blockchain-Technologie zu profitieren". Mit der fortschreitenden Durchsetzung der Technologie dürften mittelfristig mehr Unternehmen mit direkten Blockchain-Erträgen im ETF zu finden sein. Die im ETF am stärksten vertretenen Branchen sind derzeit die IT mit einem Gewicht von 46%, Finanzwerte (23%). 

 

Der  Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF ist bislang nur an der Londoner Börse notiert, dürfte aber in absehbarer Zeit auch in Deutschland gelistet werden. 

Neue ETFs fast umsonst

Von kostenlosen Fonds sind Europas Anleger inzwischen nur noch einen ganz kleinen Schritt entfernt. Der französische Fondsriese Amundi kommt jetzt mit neun frisch aufgelegten ETFs, die nur noch mit jährlichen Gesamtkosten von fünf Basispunkten (0,05 Prozent) belastet sind.

Die neuen Schnäppchen-ETFs bilden Aktien- und Anleiheindizes der entwickelten Märkte ab. Mit ihren neuen Kampfpreisen unterbieten die Franzosen die meisten Angebote ihrer Konkurrenten. Bislang kosten ETFs auf die großen Indizes meist sieben bis neun Basispunkte oder mehr. Nur Invesco, HSBC und LGIM haben wenige ETFs mit einer Kostenquote von fünf Basispunkten im Programm. Absoluter Preisbrecher ist der französische Anbieter Lyxor, der zwei Aktien-ETFs zu vier Basispunkten offeriert.

 

Die beiden französischen Fondsgesellschaften könnten sich auch in anderer Hinsicht als Trendsetter erweisen: Ihre Discount-ETFs basieren nicht auf Indizes dominierender Anbieter wie MSCI, sondern auf denen kleinerer Anbieter, die niedrigere Lizenzgebühren verlangen. Amundi setzt auf Indizes von Solactive, Lyxor auf Morningstar-Indizes.