Jetzt auch ETFs von Franklin Templeton

Die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton bietet nun auch seine erste ETFs in Europa an.  Anfang September wurden vier neue Smart-Beta-ETFs des Fonds-Traditionshauses  an der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Die neuen börsennotierten Indexfonds (ETF) von Franklin Templeton werden unter dem Markennamen Liberty-Shares vertrieben. Die ersten vier Liberty-Shares-ETFs beruhen auf einem Multi-Faktor-Ansatz. Mit diesem wird das jeweilige Aktienuniversum nach den Faktoren Qualität, Bewertung sowie Momentum und Volatilität gefiltert.  

In den USA bietet Franklin Templeton bereits seit vergangenem Jahr sieben Smart-Beta-ETFs sowie vier aktive ETFs an. Nach dem großen Erfolg von ETFs und dem rasanten Wachstum im Smart-Beta-Segment steigen immer mehr Fondsgesellschaften in das  ETF-Geschäft ein. Das scheint zu lohnen: So sammelte etwa Fidelity mit seinen ersten beiden ETFs in Europa in wenigen Monaten mehr als 130 Millionen Euro ein.

Multi-Faktor-ETF für mehr Rendite

Über verschiedene Faktoren in den US-Aktienmarkt investieren, ohne sich Gedanken über das Timinng der einzelnen Faktoren machen zu müssen. Das will ETF-Anbieter Invesco PowerShares den Anlegern mit dem neuen  S&P-500-QVM-ETF ermöglichen.

Der Multi-Faktor-ETF setzt mit wechselnden Gewichten auf die Renditefaktoren Qualität, Value und Momentum. Ziel der Kombi-Packung ist, höhere risikoadjustierte Renditen zu erreichen, als ein aus mehreren Einzelfaktor-Strategien bestehendes Portfolio. „Die Multi-Faktor-Methodik ermöglicht eine Fokussierung auf bestimmte Faktoren, ohne dass Anleger selbst entscheiden müssen, wann sie auf welche Faktoren setzen sollten. Gleichzeitig entgeht ihnen dadurch aber auch nicht das Wertzuwachspotenzial, das sie mit der besten Faktorauswahl erhalten hätten“, erläutert Michael Huber, Head of Distribution bei Invesco PowerShares Deutschland.

Schutz vor steigenden US-Zinsen

Lyxor bietet einen neuen ETF für Anleger, die in US-Unternehmensanleihen investieren möchten, gleichzeitig aber einen weiteren Zinsanstieg befürchten: Der neue Lyxor USD-Floating-Rate-Note-ETF.

Der Floater-ETF basiert dem Bloomberg-Barclays-US-Corporate-FRNI-2-7-Yr-Total-Return-Index und investiert in variabel verzinsliche Investment-Grade-Anleihen von US- und teilweise auch Nicht-US-Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Versorgung und Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von zwei bis sieben Jahren. Die Kuponzahlungen der Anleihen werden laufend der Entwicklung des 3-Monats-Libor angepasst. „Für uns war es wichtig, einen simplen und kostengünstigen Weg für Investoren zu schaffen, die in den in Dollar denominierten FRN-Markt einsteigen wollen,“ erklärt Stefan Kuhn, Leiter des Lyxor ETF-Geschäfts im deutschsprachigen Europa.

Inflation als Chance

Flott steigende Inflationsraten rücken das Thema Inflation wieder in den Fokus der Investoren. Auf diese Entwicklung antwortet der französische ETF-Anbieter Lyxor gleich mit zwei innovativen ETFs. Anleger können mit diesen ETFs von zunehmender Inflation profitieren oder sich vor der Geldentwertung schützen. Der Kurs des neuen Lyxor-US$-10Y-Inflation-Expectations-ETF entwickelt sich dabei ausschließlich entsprechend den Inflationserwartungen in den USA. Zinsänderungsrisiken, die bei den schon existierenden ETFs mit inflationsindexierten Anleihen bestehen, gibt es bei dem neuen ETF nicht. Analog funktioniert der neue Lyxor-EUR- 2-10Y-Inflation-Expectations-ETF. Ihm liegen die Inflationserwartungen im Euro-Raum zu Grunde

Smart-Beta-ETFs auf dem Vormarsch

Smart-Beta-ETFs werden bei europäischen Anlegern immer beliebter. Im Schnitt liegt derzeit die Smart-Beta-Quote in den Anlageportfolios bei elf Prozent. In den nächsten drei Jahren soll diese auf 19 Prozent ansteigen. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage im Auftrag des ETF-Anbieters Invesco PowerShares. 

 Die Studie wurde vom Finanzresearch-Unternehmen CoreData unter Investmentprofis in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Italien und Deutschland durchgeführt. Befragt wurden sowohl Nutzer als auch Nicht-Nutzer von Smart-Beta-Ansätzen. Von den befragten Nutzern erwarten 71 Prozent, dass Smart-Beta-Ansätze in den nächsten Jahren zunehmend Anwendung finden werden. In einer 2015 durchgeführten Umfrage ware nur 60 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Ein Grund für das erwartete Wachstum: 73 Prozent der Smart-Beta-Nutzer So empfehlen inzwischen Kollegen und anderen Investmentprofis, diese Strategien ebenfalls einzusetzen.

 

 

Die Nutzer äußern sich nicht nur zunehmend positiv über Smart Beta, sondern gewichten diese Strategien in ihren Portfolios auch entsprechend höher: 71 Prozent geben an, dass sie einen schrittweisen Ausbau ihrer Smart-Beta-Allokation planen. Wie die Studie feststellt, ist die Diversifikation eines der Hauptargumente für eine Anlage in Smart-Beta-Strategien. Der Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen ist eine weitere Motivation.

 

Insgesamt nennen die Nutzer mehrere Faktoren, die mit der Kontrolle über ihre Anlagen zusammenhängen. An erster Stelle wird die Transparenz genannt, an zweiter der systematische, regelbasierte Ansatz von Smart-Beta-Strategien. Die Frage, ob Smart-Beta-Ansätze Investoren mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen geben als jeder andere Investmentansatz wird von 63 Prozent der Nutzer bejaht. Aufgrund des systematischen Ansatzes funktionieren Smart-Beta-Strategien zudem zumeist wie erwartet: 96 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Smart-Beta-Investments ihre Erwartungen erfüllt haben.