Preiswerte neue Anleihen-ETFs

Nahezu zeitgleich listen die US-Gesellschaften Invesco und Vanguard neue Unternehmens-Anleihen-ETFs an der Deutschen Börse (Xetra). Die neuen ETFs begeistern allein schon aufgrund ihrer sehr niedrigen Kosten. 

Mit den beiden ETFs von Invesco partizipieren Anleger an der Wertentwicklung variabel verzinslicher Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Der Invesco Euro Floating Rate Note UCITS ETF EUR Dist (ISIN IE00BDRTCP90) investiert dabei in Euro-Anleihen. Der Invesco USD Floating Rate Note UCITS ETF EUR Hdg Dist (ISIN IE00BFZ11324) bietet ein Investment in Anleihen, die in US-Dollar begeben werden. Dieser ETF wendet zusätzlich noch eine Absicherungsstrategie an, um das Wechselkursrisiko zwischen US-Dollar und Euro zu minimieren. Beide ETFs kosten 0,12 Prozent der Anlagesumme pro Jahr.

 

Fast genauso preiswert ist der neue Vanguard USD Corporate 1-3 Year Bond UCITs ETF (ISIN: IE00BDD48R20) können Anleger kostengünstig in Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating und kurzen Laufzeiten investieren. Benchmark des Fonds ist der Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate USD 1-3 Year Index. Die laufenden Kosten des Vanguard-ETFs betragen 0,15 Prozent. 

ETF-Kosten so niedrig wie nie zuvor

Am deutschen ETF-Markt wurde jetzt eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet. Als erster schlug der französische Anbieter Lyxor zu – besonders kräftig. Lyxor senkte die Gebühren einiger Basis-ETFs auf teilweise nur noch 0,04 Prozent pro Jahr.

 

Lyxors neue Speerspitze an der Preisfront ist die „Lyxor Core Range“, zu der insgesamt 15 physisch replizierende ETFs zählen. Die Core-ETFs beziehen sich jeweils auf Standardindizes aus dem Aktien- und Rentenbereich der wichtigsten globalen Märkte.

 

Xtrackers, die ETF-Sparte der DWS (Deutsche Bank), dreht ebenfalls kräftig an der Preisschraube. Um neue Kunden zu gewinnen, hat die DWS die Pauschalgebühren für fünf ETFs aus dem Bereich Euro-Geldmarkt und US-Staatsanleihen zum Teil auf bis zu 0,10 Prozent gesenkt.

 

Nach den jüngsten Preisoffensiven sind nun insgesamt 31 ETFs an der Deutschen Börse gelistet, deren laufende Kosten unter 0,1 Prozent pro Jahr liegen. Anleger investieren mit diesen Fonds in den europäischen, amerikanischen und japanischen Aktienmarkt.

Noch bessere Dividenden-ETFs

Dividenden-ETFs werden immer ausgefeilter. Xtrackers, die ETF-Abteilung der Deutschen Bank bzw. deren Fondsgesellschaft DWS, hat jetzt drei neue Dividenden-ETFs aufgelegt, die noch gezielter in Dividendenperlen investieren. 

Die neuen ETFs arbeiten dabei mit einem speziellen Qualitätsfilter. Dieser soll für eine Auswahl von Aktien mit starken Fundamentaldaten und nachhaltig hohen Dividenden sorgen.

 

Beim Xtrackers MSCI World High Dividend UCITS ETF  werden deshalb keine Aktien berücksichtigt, die in Bezug auf die Eigenkapitalrendite, die Schwankungen der Gewinne und den Verschuldungsgrad vergleichsweise schlechte Werte aufweisen. Ebenso werden Aktien herausgefiltert, die sehr hohe oder sogar negative Auszahlungsquoten aufweisen, und die keine Historie lückenloser Dividendenzahlungen aufweisen können.

 

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die beiden anderen neuen Xtrackers ETFs, die Morningstar Indizes abbilden, der Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF, der Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF .

 

Die von Morningstar entwickelte Economic Moat-Analyse hat zum Ziel, ein möglichst umfassendes Bild von der fundamentalen Stärke eines Unternehmens zu zeichnen, inklusive sogenannter weicher Faktoren wie dem Einfluss der Marke des Unternehmens. Die Morningstar Analyse hat den Anspruch, weiter zu gehen als lediglich die Bilanzzahlen zu analysieren. 

J.P. Morgan bringt ETFs an die Deutsche Börse

J.P. Morgan Asset Management hat jetzt fünf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Alle Fonds sind in Irland aufgesetzt und zugleich an der Londoner Börse notiert. Die drei Anleihen-ETFs setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit.

 

Mit der neuen ETF-Palette zielt die Fondsabteilung der US-Investmentbank wohl vor allem auf institutionelle Anleger. "Im Austausch mit institutionellen Anlegern haben wir Bedarf an Strategien erkannt, die weniger stark mit dem breiteren Markt korrelieren und dabei helfen können, Portfolios für ein zunehmend volatiles Umfeld zu rüsten", erklärt Bryon Lake, der bei J.P. Morgan das ETF-Geschäft in Europa leitet.

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%

Comstage-ETF: Dividenden mit weniger Risiko

Dieser neue Dividendenaktien-ETF ist einen Blick wert: Der Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-ETF von Comstage bietet ein Engagement in deutschen Dividendenaktien mit einer zusätzlichen Absicherung gegen Kursverluste.

 

Der Comstage Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-UCITS-ETF enthält 50 deutsche Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Ziel ist eine langfristige Überrendite gegenüber dem breiten Aktienmarkt. Damit es mit dem Renditeplus auch ganz sicher klappt, hat Comstage noch ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. In oder vor schwachen Börsenphasen kann der ETF in begrenztem Umfang am Terminmarkt short gehen.

 

Die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung trifft dabei Fondsmanager Thomas Timmermann. Damit gehört der neue Comstage-ETF zur kleinen Gruppe der aktiven ETFs. Ziel seiner Strategie ist es, zu mindestens 75 Prozent an positiven Marktent- wicklungen zu partizipieren und mögliche Verluste gleichzeitig um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.„Eine hohe Absicherung wird nur dann vorgenommen, wenn die technische Analyse und die fundamentalen Wirtschaftsdaten Signale für eine Eintrübung der Börsenstimmung senden“, sagt Fondsmanager Timmermann.