J.P. Morgan bringt ETFs an die Deutsche Börse

J.P. Morgan Asset Management hat jetzt fünf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Alle Fonds sind in Irland aufgesetzt und zugleich an der Londoner Börse notiert. Die drei Anleihen-ETFs setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit.

 

Mit der neuen ETF-Palette zielt die Fondsabteilung der US-Investmentbank wohl vor allem auf institutionelle Anleger. "Im Austausch mit institutionellen Anlegern haben wir Bedarf an Strategien erkannt, die weniger stark mit dem breiteren Markt korrelieren und dabei helfen können, Portfolios für ein zunehmend volatiles Umfeld zu rüsten", erklärt Bryon Lake, der bei J.P. Morgan das ETF-Geschäft in Europa leitet.

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%

Comstage-ETF: Dividenden mit weniger Risiko

Dieser neue Dividendenaktien-ETF ist einen Blick wert: Der Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-ETF von Comstage bietet ein Engagement in deutschen Dividendenaktien mit einer zusätzlichen Absicherung gegen Kursverluste.

 

Der Comstage Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-UCITS-ETF enthält 50 deutsche Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Ziel ist eine langfristige Überrendite gegenüber dem breiten Aktienmarkt. Damit es mit dem Renditeplus auch ganz sicher klappt, hat Comstage noch ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. In oder vor schwachen Börsenphasen kann der ETF in begrenztem Umfang am Terminmarkt short gehen.

 

Die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung trifft dabei Fondsmanager Thomas Timmermann. Damit gehört der neue Comstage-ETF zur kleinen Gruppe der aktiven ETFs. Ziel seiner Strategie ist es, zu mindestens 75 Prozent an positiven Marktent- wicklungen zu partizipieren und mögliche Verluste gleichzeitig um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.„Eine hohe Absicherung wird nur dann vorgenommen, wenn die technische Analyse und die fundamentalen Wirtschaftsdaten Signale für eine Eintrübung der Börsenstimmung senden“, sagt Fondsmanager Timmermann. 

Bio-Tech-Aktien: Eine heiße Branche

Der Biotech-Sektor stand zuletzt nicht sehr im Fokus der Investoren. Doch das könnte sich bald ändern. Neben viel versprechenden Innovationen und einem günstigen regulatorischen Umfeld lockt auch die Aussicht auf Fusionen und Übernahmen. Blackrock hat vorsorglich schon einmal einen ETF auf den US-Biotechnologiesektor aufgelegt. 

Der neue iShares-Nasdaq-US-Biotechnology-UCITS-ETF ist der erste an der deutschen Börse gelistete Biotech-ETF. Er bietet Anlegern Zugang zur Wertentwicklung der etwa 160 im Nasdaq-Biotech-Index gelisteten Unternehmen, die im ETF entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. „Der Biotechnologie- und Pharma-Sektor bietet langfristig starke Wachstumsaussichten. Die Unternehmen profitieren zweifach: vom Megatrend des demografischen Wandels und von ihrer starken Marktposition, die sich aus Patenten ergibt“, sagt Peter Scharl, Leiter ETF & Index Investments in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

 

Die Bewertungsabschläge bieten laut Scharl aktuell eine besonders gute Einstiegsgelegenheit für Anleger. Der neue Biotech-ETF von iShares bildet den zu Grunde liegenden Index physisch ab. Die Gesamtkostenquote beläuft sich auf 0,35 Prozent. Die fünf größten Werte machen jeweils maximal acht Prozent des Index aus, alle übrigen Positionen werden mit höchstens vier Prozent gewichtet. 

Vanguard drückt die ETF-Preise runter

Mit mehr als 4,5 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen, fast 400 Fonds, 15 000 Mitarbeitern und mehr als 20 Millionen Anlegern ist die US-Fondsgesellschaft Vanguard einer der größten Vermögensverwalter – und weltweit die Nummer zwei im ETF-Geschäft. Ende Oktober listete der US-Riese mehr als 20 ETFs an der Deutschen Börse. Weitere sollen folgen.

Anleger dürfen den Vorstoß begrüßen: Vanguard-ETFs gehören oft zu den billigsten am Markt. Künftig könnten deshalb in der deutschen ETF-Welt die Gebühren der Fonds abermals ins Rutschen kommen. Vanguard-Deutschland-Chef Sebastian Külps nennt das im Interview mit dem ETF-Magazin (Ausgabe 4-2017) nicht ohne Stolz „den Vanguard- Effekt“. Allerdings: Vanguard bietet fast ausschließlich ETFs für die großen Indizes. ETFs für – mitunter oft spannende – Nischenmärkte soll es von Vanguard bis auf Weiteres nicht geben. 

Jetzt auch ETFs von Franklin Templeton

Die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton bietet nun auch seine erste ETFs in Europa an.  Anfang September wurden vier neue Smart-Beta-ETFs des Fonds-Traditionshauses  an der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Die neuen börsennotierten Indexfonds (ETF) von Franklin Templeton werden unter dem Markennamen Liberty-Shares vertrieben. Die ersten vier Liberty-Shares-ETFs beruhen auf einem Multi-Faktor-Ansatz. Mit diesem wird das jeweilige Aktienuniversum nach den Faktoren Qualität, Bewertung sowie Momentum und Volatilität gefiltert.  

In den USA bietet Franklin Templeton bereits seit vergangenem Jahr sieben Smart-Beta-ETFs sowie vier aktive ETFs an. Nach dem großen Erfolg von ETFs und dem rasanten Wachstum im Smart-Beta-Segment steigen immer mehr Fondsgesellschaften in das  ETF-Geschäft ein. Das scheint zu lohnen: So sammelte etwa Fidelity mit seinen ersten beiden ETFs in Europa in wenigen Monaten mehr als 130 Millionen Euro ein.