J.P. Morgan bringt ETFs an die Deutsche Börse

J.P. Morgan Asset Management hat jetzt fünf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Alle Fonds sind in Irland aufgesetzt und zugleich an der Londoner Börse notiert. Die drei Anleihen-ETFs setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit.

 

Mit der neuen ETF-Palette zielt die Fondsabteilung der US-Investmentbank wohl vor allem auf institutionelle Anleger. "Im Austausch mit institutionellen Anlegern haben wir Bedarf an Strategien erkannt, die weniger stark mit dem breiteren Markt korrelieren und dabei helfen können, Portfolios für ein zunehmend volatiles Umfeld zu rüsten", erklärt Bryon Lake, der bei J.P. Morgan das ETF-Geschäft in Europa leitet.

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%

MiFID II bringt ETFs Vorteile

Die neuen MiFID II Vorschriften dürften sich positiv auf das Geschäft der ETF-Anbieter  auswirken. Seit Januar gilt Version zwei der „Markets in Financial Instruments Directive“. Vor allem zwei Neuregelungen sind für die ETF-Anbieter – und Anleger – von Vorteil.

Nach den neuen Regelungen müssen zum Einem alle Handelsumsätze der ETFs veröffentlicht werden:  Handelsumsätze an den Börsen genauso wie Geschäfte, die außerhalb der Börse abgeschlossen werden. Bislang blieben solche OTC-Geschäfte im Dunkeln.

 

Das umfassendere Reporting zeige, dass die Liquidität von ETFs viel höher sei, als es die meisten Investoren bisher angenommen hätten, erklärt Anraut Linas, Global Head of ETFs bei Lyxor. „Die neue Transparenz wird mehr Gelder von Investoren in ETFs ziehen“, prognostiziert Jürgen Blumberg, Head of Capital Markets Europa bei Powershares. 

 

MiFID II könnte sich auch aus einem weiteren Grund für die ETF-Häuser als vorteilhaft erweisen. Künftig werden nämlich die Provisionen für den Fondsvertrieb beschränkt. Nur Distributoren, die neben der reinen Orderabwicklung auch umfassende Beratung anbieten, haben nach dem Willen des Regulierers künftig Anspruch auf Bestandsprovisionen und ähnliche Rückvergütungen.

 

Bei ETFs gibt es schon jetzt weder Verkaufs- noch Bestandsprovisionen. „Das Plus an Transparenz bei der Kosten- gestaltung wird die Nachfrage nach ETFs anheizen“, sagt Stephen Cohen, Head of iShares Europa. 

Comstage-ETF: Dividenden mit weniger Risiko

Dieser neue Dividendenaktien-ETF ist einen Blick wert: Der Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-ETF von Comstage bietet ein Engagement in deutschen Dividendenaktien mit einer zusätzlichen Absicherung gegen Kursverluste.

 

Der Comstage Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-UCITS-ETF enthält 50 deutsche Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Ziel ist eine langfristige Überrendite gegenüber dem breiten Aktienmarkt. Damit es mit dem Renditeplus auch ganz sicher klappt, hat Comstage noch ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. In oder vor schwachen Börsenphasen kann der ETF in begrenztem Umfang am Terminmarkt short gehen.

 

Die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung trifft dabei Fondsmanager Thomas Timmermann. Damit gehört der neue Comstage-ETF zur kleinen Gruppe der aktiven ETFs. Ziel seiner Strategie ist es, zu mindestens 75 Prozent an positiven Marktent- wicklungen zu partizipieren und mögliche Verluste gleichzeitig um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.„Eine hohe Absicherung wird nur dann vorgenommen, wenn die technische Analyse und die fundamentalen Wirtschaftsdaten Signale für eine Eintrübung der Börsenstimmung senden“, sagt Fondsmanager Timmermann. 

Bio-Tech-Aktien: Eine heiße Branche

Der Biotech-Sektor stand zuletzt nicht sehr im Fokus der Investoren. Doch das könnte sich bald ändern. Neben viel versprechenden Innovationen und einem günstigen regulatorischen Umfeld lockt auch die Aussicht auf Fusionen und Übernahmen. Blackrock hat vorsorglich schon einmal einen ETF auf den US-Biotechnologiesektor aufgelegt. 

Der neue iShares-Nasdaq-US-Biotechnology-UCITS-ETF ist der erste an der deutschen Börse gelistete Biotech-ETF. Er bietet Anlegern Zugang zur Wertentwicklung der etwa 160 im Nasdaq-Biotech-Index gelisteten Unternehmen, die im ETF entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. „Der Biotechnologie- und Pharma-Sektor bietet langfristig starke Wachstumsaussichten. Die Unternehmen profitieren zweifach: vom Megatrend des demografischen Wandels und von ihrer starken Marktposition, die sich aus Patenten ergibt“, sagt Peter Scharl, Leiter ETF & Index Investments in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

 

Die Bewertungsabschläge bieten laut Scharl aktuell eine besonders gute Einstiegsgelegenheit für Anleger. Der neue Biotech-ETF von iShares bildet den zu Grunde liegenden Index physisch ab. Die Gesamtkostenquote beläuft sich auf 0,35 Prozent. Die fünf größten Werte machen jeweils maximal acht Prozent des Index aus, alle übrigen Positionen werden mit höchstens vier Prozent gewichtet. 

2017: Ein ganz starkes ETF-Jahr

Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber schon jetzt steht fest, dass die ETF-Branche 2017 als Rekordjahr feiern kann. Von Neujahr bis Ende Oktober flossen rund 517 Milliarden Dollar weltweit in ETFs und ähnliche Anlageinstrumente. Damit haben Anleger bereits in den ersten drei Quartalen mehr Geld in ETFs gepackt als im gesamten Vorjahr. 

Die starken Zuflüsse und die festen Aktienmärkte hoben damit bis Ende Oktober das globale ETF-Vermögen auf 4,5 Billionen Dollar, rund eine Billion mehr als Ende 2016. Das berechneten die Analysten der US-Fondsgesellschaft Blackrock.

 

Über weite Strecken besonders gefragt waren in diesem Jahr Fonds mit US-Aktien, dem breiten Welt-Aktienmarkt und Emerging-Markets-Aktien. Europäische Aktien stehen weiterhin im Schatten der Wall Street. Zwar setzen Investoren aus Europa setzen weiterhin auf Aktien ihrer Heimat, der Appetit der US-Anleger auf dieses Marktsegment hat jedoch etwa seit Jahresmitte nachgelassen hat. Aus US-ETFs mit europäischen Aktien zogen US-Anleger im dritten Quartal mehr als eine Milliarde Dollar ab.

 

Weltweit relativ stark bleibt dagegen die Nachfrage nach Schwellenländer-Aktien. Allein im Oktober konnten diese ETFs per Saldo fast fünf Milliarden Dollar neue Gelder verbuchen. Für ETFs mit Anleihen der Schwellenländer war dagegen der Oktober der erste Monat 2017 mit Abflüssen. Diese gingen Mehrheitlich zulasten von Papieren in den jeweiligen Landeswährungen.

Vanguard drückt die ETF-Preise runter

Mit mehr als 4,5 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen, fast 400 Fonds, 15 000 Mitarbeitern und mehr als 20 Millionen Anlegern ist die US-Fondsgesellschaft Vanguard einer der größten Vermögensverwalter – und weltweit die Nummer zwei im ETF-Geschäft. Ende Oktober listete der US-Riese mehr als 20 ETFs an der Deutschen Börse. Weitere sollen folgen.

Anleger dürfen den Vorstoß begrüßen: Vanguard-ETFs gehören oft zu den billigsten am Markt. Künftig könnten deshalb in der deutschen ETF-Welt die Gebühren der Fonds abermals ins Rutschen kommen. Vanguard-Deutschland-Chef Sebastian Külps nennt das im Interview mit dem ETF-Magazin (Ausgabe 4-2017) nicht ohne Stolz „den Vanguard- Effekt“. Allerdings: Vanguard bietet fast ausschließlich ETFs für die großen Indizes. ETFs für – mitunter oft spannende – Nischenmärkte soll es von Vanguard bis auf Weiteres nicht geben. 

Jetzt auch ETFs von Franklin Templeton

Die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton bietet nun auch seine erste ETFs in Europa an.  Anfang September wurden vier neue Smart-Beta-ETFs des Fonds-Traditionshauses  an der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Die neuen börsennotierten Indexfonds (ETF) von Franklin Templeton werden unter dem Markennamen Liberty-Shares vertrieben. Die ersten vier Liberty-Shares-ETFs beruhen auf einem Multi-Faktor-Ansatz. Mit diesem wird das jeweilige Aktienuniversum nach den Faktoren Qualität, Bewertung sowie Momentum und Volatilität gefiltert.  

In den USA bietet Franklin Templeton bereits seit vergangenem Jahr sieben Smart-Beta-ETFs sowie vier aktive ETFs an. Nach dem großen Erfolg von ETFs und dem rasanten Wachstum im Smart-Beta-Segment steigen immer mehr Fondsgesellschaften in das  ETF-Geschäft ein. Das scheint zu lohnen: So sammelte etwa Fidelity mit seinen ersten beiden ETFs in Europa in wenigen Monaten mehr als 130 Millionen Euro ein.

Multi-Faktor-ETF für mehr Rendite

Über verschiedene Faktoren in den US-Aktienmarkt investieren, ohne sich Gedanken über das Timinng der einzelnen Faktoren machen zu müssen. Das will ETF-Anbieter Invesco PowerShares den Anlegern mit dem neuen  S&P-500-QVM-ETF ermöglichen.

Der Multi-Faktor-ETF setzt mit wechselnden Gewichten auf die Renditefaktoren Qualität, Value und Momentum. Ziel der Kombi-Packung ist, höhere risikoadjustierte Renditen zu erreichen, als ein aus mehreren Einzelfaktor-Strategien bestehendes Portfolio. „Die Multi-Faktor-Methodik ermöglicht eine Fokussierung auf bestimmte Faktoren, ohne dass Anleger selbst entscheiden müssen, wann sie auf welche Faktoren setzen sollten. Gleichzeitig entgeht ihnen dadurch aber auch nicht das Wertzuwachspotenzial, das sie mit der besten Faktorauswahl erhalten hätten“, erläutert Michael Huber, Head of Distribution bei Invesco PowerShares Deutschland.

Schutz vor steigenden US-Zinsen

Lyxor bietet einen neuen ETF für Anleger, die in US-Unternehmensanleihen investieren möchten, gleichzeitig aber einen weiteren Zinsanstieg befürchten: Der neue Lyxor USD-Floating-Rate-Note-ETF.

Der Floater-ETF basiert dem Bloomberg-Barclays-US-Corporate-FRNI-2-7-Yr-Total-Return-Index und investiert in variabel verzinsliche Investment-Grade-Anleihen von US- und teilweise auch Nicht-US-Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Versorgung und Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von zwei bis sieben Jahren. Die Kuponzahlungen der Anleihen werden laufend der Entwicklung des 3-Monats-Libor angepasst. „Für uns war es wichtig, einen simplen und kostengünstigen Weg für Investoren zu schaffen, die in den in Dollar denominierten FRN-Markt einsteigen wollen,“ erklärt Stefan Kuhn, Leiter des Lyxor ETF-Geschäfts im deutschsprachigen Europa.

Erster ETF für Grüne Anleihen

Der französische ETF-Anbieter Lyxor hat jetzt den ersten Green Bond ETF aufgelegt. Der Lyxor Green Bond ETF bildet den Solactive Green Bond EUR USD IG Index ab und ermöglicht Anlegern so den Zugang zu einem Portfolio von 116 Investment Grade Green Bonds in Euro und US-Dollar. Die Emittenten dieser Anleihen finanzieren darüber beispielsweise Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels oder Investitionen in erneuerbare Energien.

Das Angebot von Green Bonds wächst rasant. Zwischen 2013 und 2016 stieg alleine das Volumen der Neuemissionen von Green Bonds von 11 Milliarden auf 81 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtmarkt beläuft sich inzwischen auf 170 Milliarden US-Dollar. Die Anleihen müssen dabei den Standards der Climate Bond Initiative entsprechen, eine Restlaufzeit von mindestens zwölf Monaten sowie ein Marktvolumen von mindestens 300 Millionen Euro oder US-Dollar aufweisen. „Der Green Bond ETF ist ein weiterer Schritt von Lyxor, der Nachfrage nach einer breite Palette von nachhaltig ausgerichteten Investmentprodukten zu entsprechen,“ sagt Stefan Kuhn, Leiter des deutsch-sprachigen ETF-Geschäfts bei Lyxor.

Anleihen-ETFs werden billiger

Die Deutsche Asset Management hat jetzt fünf Renten-ETFs mit besonders niedrigen Gebühren aufgelegt. Die Core-Renten-ETFs ermöglichen Investments in Euro- und US-Staatsanleihen, sowie in Unternehmensanleihen der Eurozone und der USA, sowie in Euro-Hochzins-Anleihen. Die jährlichen Kosten dieser ETFs betragen 0,15 bzw. 0,16 Prozent pro Jahr. Der Highyield-ETF kostet 0,35 Prozent pro Jahr. 

Im Vergleich zu anderen ETFs mit ähnlichem Investmentfokus zählen die neuen db x-trackers Core Renten ETF damit zu den günstigsten Angeboten. Nur die ETF-Anbieter Comstage und Amundi bieten ähnlich fokusierte ETFs an, die ein bis drei Basispunkte preiswerter sind. Allerdings setzen diese ETFs auf synthetische Replikation, bilden also den jeweiligen Index mit Hilfe einer Derivat-Konstruktion ab. Alle neuen db X-trackers Core Renten-ETFs zeichnen sich dagegen durch direkte, physische Indexreplikation aus.

ETF Markt: JP Morgan will auch dabei sein

Immer mehr Anbieter aktiver Investmentfonds wollen ein Stück vom großen ETF-Kuchen abhaben. Nach Fidelity will nun auch JP Morgan in Europa im ETF-Geschäft mitmischen. In den USA hat JP Morgan bereits in einigen ETFs mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt. In Europa soll Bryon Lake, der bis März noch als ETF-Chef von Invesco PowerShares sein Glück versuchte, das neue ETF-Baby von JP Morgan zur Welt bringen. 

Die offizielle Begründung für den Vorstoß in den Wachstumsmarkt ETF dürfte bei JP Morgan die gleiche sein wie bei Fidelity: "Wir können auf die langen und reichhaltigen Erfahrungen zurückgreifen, die es bei Fidelity im Bereich der aktiv verwalteten Fonds gibt", erklärte mir kürzlich Fidelitys ETF-Chef Nick King im Interview für das ETF Magazin. Deshalb seien ETFs eine gute Ergänzung der bisherigen Produktpalette. (Vor allem für das Konto der Fondsgesellschaft, werden böse Zungen hinzufügen). Das neue ETF Magazin mit dem Fidelity-Interview erscheint übrigens am 12. Juni. 

Institutionelle bauen auf ETFs

Institutionelle Investoren aus Europa setzen ETFs so stark ein wie nie zuvor. Das zeigt eine Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Greenwich Associates im Auftrag der Fondsgesellschaft BlackRock. An der Studie haben 132 institutionelle Investoren aus Europa teilgenommen. Die Studie läßt fünf Faktoren erkennen, wegen der institutionelle Investoren vermehrt ETFs einsetzen. 

Die fünf wichtigsten Gründe, warum die Anlageprofis immer stärker auf  ETFs bauen sind laut BlackRock: 

  • Verbesserung der Liquidität, speziell im Bereich Anleihen
  • Volatilitätsmanagement im Zusammenhang mit Marktereignissen wie dem Brexit
  • Ergänzung und Ersatz anderer Anlageinstrumente
  • Risikomanagement und Niedrigzinsumfeld meistern
  • Zugang zu Märkten, die sich 2017 überdurchschnittlich gut entwickeln dürften 

 Versicherer sind unter den institutionellen Investoren aus Europa inzwischen die Gruppe, die ETFs am häufigsten einsetzt Damit haben sie die Gruppe der Asset Manager, die ETFs 2015 besonders verbreitet nutzte, überholt. Unter den Pensionsfonds verwenden nun fast sechs von zehn Befragten ETFs, im vergangenen Jahr waren es nur vier von zehn.Investmentansatz wird von 63 Prozent der Nutzer bejaht.

 

Aufgrund des systematischen Ansatzes funktionieren Smart-Beta-Strategien zudem zumeist wie erwartet: 96 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Smart-Beta-Investments ihre Erwartungen erfüllt haben.

Nachhaltig und umweltbewußt investieren

Anlagelösungen, die Umweltschutz, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in den Fokus stellen, liegen im Trend. Mehrere neue ETFs für Aktien und Renten bieten sich für umweltbewußte Anleger an. 

Mit dem db-x-trackers-II-ESG-Corporate-Bond-ETF hat die Deutsche Asset Management jetzt einen der ersten nachhaltig ausgerichteten ETFs für den Rentenmarkt aufgelegt. Mit dem neuen ETF investieren Anleger in Unternehmensanleihen mit ESG-Nachhaltigkeitsrating (Environmental, Social and Governance). Der ETF bildet dabei den MSCI-Euro-Corporate- Sustainable-and-SRI-Index physisch nach. Enthalten sind ausschließlich Unternehmen, die in den Bereichen Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Corporate Governance weit reichende Anforderungen erfüllen. Die Anleihen müssen zudem über die Bonitätsstufe Investment-Grade und über ein Mindestvolumen von 300 Millionen Euro verfügen.

 

BNP Paribas hat unterdessen einen neuen ETF auf Aktien umweltbewusster Unternehmen an die Börse gebracht. Der BNP-Paribas-Low-Carbon-100-Europe-ETF investiert direkt in die 100 liquidesten Unternehmen, die laut der internationalen Akademie für Energie mit besonderem Umweltbewusstsein glänzen. Die Auswahlkriterien sind unter anderem Energieeffzienz und Engagement in erneuerbaren Energien. Das Besondere: Die Gewichtung im Index erfolgt nach Höhe des CO2-Ausstoßes und dem Anteil „grüner“ Energie. Da Schwellenländer von Klimawandel und Umweltverschmutzung besonders betroffen sind, ist dort der Investitionsbedarf in nachhaltige Energieprojekte und Ressourceneffzienz besonders hoch.

 

Mit dem ebenfalls neu aufgelegten BNP Paribas MSCI Emerging Markets SRI können Anleger jetzt gezielt in die Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus 23 Schwellenländern investieren, die über ein herausragendes ESG-Rating verfügen und besonders nachhaltig wirtschaften. Der ETF bildet den zu Grunde liegenden Index dabei synthetisch nach. 

Inflation als Chance

Flott steigende Inflationsraten rücken das Thema Inflation wieder in den Fokus der Investoren. Auf diese Entwicklung antwortet der französische ETF-Anbieter Lyxor gleich mit zwei innovativen ETFs. Anleger können mit diesen ETFs von zunehmender Inflation profitieren oder sich vor der Geldentwertung schützen. Der Kurs des neuen Lyxor-US$-10Y-Inflation-Expectations-ETF entwickelt sich dabei ausschließlich entsprechend den Inflationserwartungen in den USA. Zinsänderungsrisiken, die bei den schon existierenden ETFs mit inflationsindexierten Anleihen bestehen, gibt es bei dem neuen ETF nicht. Analog funktioniert der neue Lyxor-EUR- 2-10Y-Inflation-Expectations-ETF. Ihm liegen die Inflationserwartungen im Euro-Raum zu Grunde

Jagd nach Rendite geht weiter

Nach dem Brexit ist vor der US-Wahl, doch im dritten Quartal waren ETF-Anleger trotzdem mutig. Rund sieben Milliarden Euro neue Gelder konnten die Aktien-ETFs europäischer Anbieter von Juli bis Ende Oktober einsammeln. Auf der Anleihenseite blieben dagegen – nach dem gewaltigen Anstieg bis Juli – die Zuflüsse zuletzt gut überschaubar. 

Insgesamt erreichte das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen per Ende Oktober dennoch ein neues Rekordhoch von 485 Milliarden Euro - ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Gefragt waren im Herbst US-Aktien und Werte aus den Emerging Markets. Aus ETFs mit europäischen Aktien floß dagegen - wie in fast allen Monaten dieses Jahres - auch im dritten Quartal erneut Geld ab.

 

Mit Abflüssen von mehr als elf Milliarden Euro seit Jahresbeginn haben die Europaaktien-ETFs nun eine reelle Chance auf den Titel des größten Verlierers in diesem Jahr. Schwellenländer-ETFs gelang dafür ein grandioses Comeback. Fast sieben Milliarden Euro frische Anlegergelder flossen in den ersten neun Monaten in entsprechende ETFs.

 

Bei Anleihen-ETFs stehen jetzt im Grunde nur noch hoch-rentierende, riskantere Papiere auf der Kaufliste der Anleger. Mehr als sieben Milliarden Euro flossen seit Jahresbeginn in Anleihen der Schwellenländer, mehr als 16 Milliarden in Unternehmensanleihen aller Bonitäten.

 

Nachdem in der ersten Jahreshälfte vor allem IG-Anleihen gefragt waren, scheint sich nun ein regelrechter Run auf High--Yield-Papiere anzubahnen. Im Oktober flossen mehr als 1,3 Milliarden Euro in die Risikoanleihen, ungefähr den gleichen Betrag zogen Investoren aus ETFs mit europäischen Staatsanleihen ab. 

Nettozufluesse in ETF mit Aktien der Schwellenländer 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Jahr stehen bei Anlegern wieder ETFs mit Schwellenländer-Aktien  auf der Kaufliste.

 

Quelle: Lyxor

Smart-Beta-ETFs auf dem Vormarsch

Smart-Beta-ETFs werden bei europäischen Anlegern immer beliebter. Im Schnitt liegt derzeit die Smart-Beta-Quote in den Anlageportfolios bei elf Prozent. In den nächsten drei Jahren soll diese auf 19 Prozent ansteigen. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage im Auftrag des ETF-Anbieters Invesco PowerShares. 

 Die Studie wurde vom Finanzresearch-Unternehmen CoreData unter Investmentprofis in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Italien und Deutschland durchgeführt. Befragt wurden sowohl Nutzer als auch Nicht-Nutzer von Smart-Beta-Ansätzen. Von den befragten Nutzern erwarten 71 Prozent, dass Smart-Beta-Ansätze in den nächsten Jahren zunehmend Anwendung finden werden. In einer 2015 durchgeführten Umfrage ware nur 60 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Ein Grund für das erwartete Wachstum: 73 Prozent der Smart-Beta-Nutzer So empfehlen inzwischen Kollegen und anderen Investmentprofis, diese Strategien ebenfalls einzusetzen.

 

 

Die Nutzer äußern sich nicht nur zunehmend positiv über Smart Beta, sondern gewichten diese Strategien in ihren Portfolios auch entsprechend höher: 71 Prozent geben an, dass sie einen schrittweisen Ausbau ihrer Smart-Beta-Allokation planen. Wie die Studie feststellt, ist die Diversifikation eines der Hauptargumente für eine Anlage in Smart-Beta-Strategien. Der Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen ist eine weitere Motivation.

 

Insgesamt nennen die Nutzer mehrere Faktoren, die mit der Kontrolle über ihre Anlagen zusammenhängen. An erster Stelle wird die Transparenz genannt, an zweiter der systematische, regelbasierte Ansatz von Smart-Beta-Strategien. Die Frage, ob Smart-Beta-Ansätze Investoren mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen geben als jeder andere Investmentansatz wird von 63 Prozent der Nutzer bejaht. Aufgrund des systematischen Ansatzes funktionieren Smart-Beta-Strategien zudem zumeist wie erwartet: 96 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Smart-Beta-Investments ihre Erwartungen erfüllt haben.

 

ETF Know-How für Profis

Ab sofort ist die Weiterbildung zum zertifizierten ETF-Spezialisten auch als Online Lehrgang möglich. Durch das neue Lernformat ermöglicht die Capital Markets Academy der Deutschen Börse, Teilnehmern zeitversetztes Lernen und eine höhere Flexibilität. 

Während das Angebot bisher ausschließlich einen zweitägigen Präsenzlehrgang umfasste, hat das Online- Training einen Umfang von 14 Unterrichtsstunden und endet mit einer Präsenzprüfung in Frankfurt.

 

Zu den Kursinhalten zählen Hintergründe zu Passiv-Investments, die besonderen Eigenschaften des ETF-Handels und Möglichkeiten zur Einbindung von ETFs in Portfolios. Außerdem vertiefen und wiederholen Videos zu den jeweiligen Abschnitten komplexere Themen und unterstützen den Lernerfolg, wie auch der Zugriff auf eine Prüfungssimulation.

 

Der Online- Lehrgang kostet inklusive Prüfungsgebühr 500 Euro zzgl. Mwst. und richtet sich neben Anlage-Profis, die ETFs in ihren Portfolios einsetzen wollen, auch an Fonds-manager sowie Privatanleger.

 

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website der Capital Markets Academy unter www.deutsche-boerse.com/cma

 

 

Die höchsten Dividenden

WisdomTree erweitert das große Universum der Dividendenfonds um einen ETF für europäische Dividendenaktien: Der Eurozone-Quality-Dividend-Growth-ETF folgt auf zwei kürzlich von WisdomTree emittierte Dividenden-ETFs mit ähnlichem Ansatz, aber Ausrichtung auf globale Aktien und US- Titel. Die drei ETFs wollen Aktien mit besonders hohem Dividendenwachstum bündeln.

Dazu orientiert sich WisdomTree an fundamentalen Messgrößen wie dem künftigen Wachstum und an Renditekennzahlen. „Unternehmen, die ihre Gewinne steigern können, haben auch das höchste Potenzial für Dividendensteigerungen. Unsere eigenen Strategien für Qualitätsdividendenwachstum richten sich aus an Warren Buffetts Ansatz für Investments in Unternehmen mit einer robusten Eigenkapitalrendite und Anlagerendite“, erklärt Viktor Nossek, Research-Direktor bei WisdomTree in Europa. Weiterhin filtert die Strategie Unternehmen mit zu hohen Verschuldungsgraden heraus. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,29 Prozent.

 

WisdomTree Eurozone Quality Dividend Growth UCITS ETF

ISIN: DE000A2AHL91

 

Zwei Zins-ETF für mehr Rendite

Mit zwei innovativen ETFs für Unternehmensanleihen reagieren die beiden größten ETF-Anbieter in Europa auf die Not der Anleger in der neuen Welt der niedrigen Zinsen. Die beiden neuen Fonds  von iShares und db x-trackers bündeln dazu auf smarte Weise Unternehmensanleihen mit hoher Rendite aber weniger guter Bonität. 

Der neue db x-trackers iBoxx EUR Corporates Yield Plus ETF vereint im Bereich der Investment-Grade-Anleihen diejenigen Titel, welche die höchsten Zinsaufschläge gegenüber Staatsanleihen bieten. Der ETF enthält dazu die 800 am besten verzinsten Corporates aus dem 1600 Bonds umfassenden Universum des Markit iBoxx EUR Corporates Yield Plus Index. Papiere, deren Emittenten abgestuft werden, können unter gewissen Umständen im Index verbleiben.

 

„Da die Zinsen weiterhin historische Tiefstände aufweisen, suchen Anleger nach Renditechancen auf dem Rentenmarkt. Hier kann unser neuer Strategic-Beta-ETF auf Unternehmensanleihen einen Zinsaufschlag gegenüber vergleichbaren Referenzindizes bieten. Entsprechende Rückrechnungen zeigen, dass der ETF ein moderat höheres Risiko bei fast gleicher Duration aufweist“, sagt Martin Weithofer, Leiter Strategic Beta bei der Deutschen Asset Management.

 

Der iShares Fallen Angels High Yield Corporate Bond ETF investiert dagegen gleich in Hochzins-Anleihen – allerdings nur ins solche, die von den Ratingagenturen gerade erst auf Ramsch-Niveau herabgestuft wurden. Der Index wird monatlich neu gewichtet. Emittenten aus Schwellenländern oder mit Ratings unterhalb von B- werden aussortiert. Um eine hohe Streuung zu gewährleisten, umfasst der ETF 450 Titel. Das Gewicht je Emittent ist dabei auf drei Prozent des Index begrenzt. Zentraler Ansatz der Strategie ist es laut iShares, von Preisanomalien in Folge der Herabstufung profitieren zu können.

 

iShares Fallen Angels High Yield Corporate Bond UCITS ETF

ISIN: IE00BYM31M36

 

 

db x-trackers iBoxx EUR Corporates Yield Plus UCITS ETF

ISIN: IE00BYPHT736