Der erste Blockchain-ETF ist da

Invesco bringt jetzt einen ETF, mit dem Investoren auf Unternehmen setzen können, denen die Blockchain-Technologie neue Ertragspotenziale eröffnet. "Dieser ETF bietet Investoren Zugang zu Unternehmen, die schon heute profitabel wirtschaften, deren Aktien das zusätzliche Ertragspotenzial durch den Einsatz der Blockchain-Technologie aber noch nicht eingepreist haben”, erklärt Chris Mellor, der zuständige Produktmanager bei Invesco.

Der neue Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF wurde in Kooperation mit Elwood Asset Management entwickelt, ein auf institutionelle Anlagelösungen im Bereich digitale Assets und Blockchain-Technologie spezialisiertes Unternehmen. „Die Blockchain-Technologie gibt es bereits seit zehn Jahren. Von vielen wird sie aber weiterhin nur mit Kryptowährungen in Verbindung gebracht. Dabei könnte ihr wahres Potenzial weit darüber hinaus reichen", erläutert Bin Ren, CEO von Elwood.  Insbesondere im Finanzdienstleistungssektor komme die Technologie bereits zum Einsatz, aber künftig auch in anderen Branchen. "Wir glauben, dass das Potenzial der Blockchain-Technologie immer noch deutlich unterschätzt wird – ähnlich wie beim Internet, bei dem sich die meisten anfangs nicht vorstellen konnten, zu was es neben dem E-Mail-Verkehr noch gut sein könnte”, sagt Ren.

 

Der Invesco Elwood Blockchain ETF soll die Wertentwicklung des Elwood Blockchain Global Equity Index durch die physische Replikation der Indexzusammensetzung abbilden. Der Index enthält Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die am Blockchain-Ökosystem partizipieren oder künftig partizipieren könnten. Er ist darauf ausgelegt, sich mit dem potenziellen Wachstum der Blockchain-Technologie weiterzuentwickeln.

 

Bislang enthält der Blockchain ETF  größtenteils aus Unternehmen, die sich in Bezug auf die Nutzung des Blockchain-Potenzials noch in der ‚Entwicklungs-‘ oder ‚Potenzial-Phase‘ befinden, also um Unternehmen, "die gut aufgestellt sind, um von den sich abzeichnenden Möglichkeiten für den Einsatz der Blockchain-Technologie zu profitieren". Mit der fortschreitenden Durchsetzung der Technologie dürften mittelfristig mehr Unternehmen mit direkten Blockchain-Erträgen im ETF zu finden sein. Die im ETF am stärksten vertretenen Branchen sind derzeit die IT mit einem Gewicht von 46%, Finanzwerte (23%). 

 

Der  Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF ist bislang nur an der Londoner Börse notiert, dürfte aber in absehbarer Zeit auch in Deutschland gelistet werden. 

Neue ETFs fast umsonst

Von kostenlosen Fonds sind Europas Anleger inzwischen nur noch einen ganz kleinen Schritt entfernt. Der französische Fondsriese Amundi kommt jetzt mit neun frisch aufgelegten ETFs, die nur noch mit jährlichen Gesamtkosten von fünf Basispunkten (0,05 Prozent) belastet sind.

Die neuen Schnäppchen-ETFs bilden Aktien- und Anleiheindizes der entwickelten Märkte ab. Mit ihren neuen Kampfpreisen unterbieten die Franzosen die meisten Angebote ihrer Konkurrenten. Bislang kosten ETFs auf die großen Indizes meist sieben bis neun Basispunkte oder mehr. Nur Invesco, HSBC und LGIM haben wenige ETFs mit einer Kostenquote von fünf Basispunkten im Programm. Absoluter Preisbrecher ist der französische Anbieter Lyxor, der zwei Aktien-ETFs zu vier Basispunkten offeriert.

 

Die beiden französischen Fondsgesellschaften könnten sich auch in anderer Hinsicht als Trendsetter erweisen: Ihre Discount-ETFs basieren nicht auf Indizes dominierender Anbieter wie MSCI, sondern auf denen kleinerer Anbieter, die niedrigere Lizenzgebühren verlangen. Amundi setzt auf Indizes von Solactive, Lyxor auf Morningstar-Indizes.

Der erste ETF für die E-Auto-Revolution

Der Elektromotor wird wohl in absehbarer Zukunft Benziner und Diesel ablösen. Nicht nur die Umwelt dürfte davon profitieren, sondern auch zahlreiche Unternehmen - und ihre Aktionäre. iShares bringt jetzt den ersten ETF für alle Anleger, die am Durchbruch der Elektro-Mobilität mitverdienen wollen.

Mit dem neuen  iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF  (ISIN IE00BGL86Z12) investieren Anleger  in Unternehmen, die in den Sektoren Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren tätig sind. Dazu gehören vor allem Unternehmen aus der Zulieferindustrie für elektrische und autonome Fahrzeuge. Dazu gehören Battteriehersteller, aber auch viele andere Autozulieferer. Zu den größten Positionen im ETF zählen denn auch die Aktien der Zulieferer SL Corp und Bosch, des Navi-Herstellers Garmin, des Klimaanlagenbauers Hanon Systems, vieler Chiphersteller wie Intel, Integrated Device Technology, Cirrus Logic und des chinesischen E-Autobauers BYD.  

 

Die Chancen für den Durchbruch der E-Autos stehen nicht schlecht. Die CO2-arme Wirtschaft ist sich politischer Unterstützung gewiss – nicht nur in China. Spätestens der neue EU-Emissionsgrenzwert, der ab 2021 gilt, dürfte auch in Europa für einen Nachfrageschub sorgen. Dazu kommen sinkende Kosten der Elektro-Autos.

Für Käufer sind heute die noch deutlich höheren Anschaffungskosten das wichtigste Hemmnis für den Umstieg auf das Elektroauto. Verantwortlich dafür ist die Batterie, die derzeit 37% der Gesamtkosten eines Elektrofahrzeugs der Mittelklasse und damit den Löwenanteil der Zusatzkosten ausmacht.

Immerhin: Der Preisverfall von Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektroautos verbaut werden, scheint den Trend zur Elektromobilität zu unterstützen. So lag laut Daten von Statista im Jahr 2015 der Preis einer Batterie mit 275 Euro pro Kilowattstunde rund 25 Prozent unter dem Vorjahrespreis. Bis zum Jahr 2025 wird derzeit prognostiziert, dass die Preise auf 109 Euro pro Kilowattstunde weiter sinken werden. Sobald sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis zugunsten von Elektroautos ins Positive dreht, dürfte der Konsument reagieren und verstärkt zugreifen. Dieser Wendepunkt wird laut Expertenprognosen um das Jahr 2022 erwartet (Quelle: Bloomberg New Energy Finance, April 2018).

 

iXLM: Wertvoll für ETF-Anleger

Die Deutsche Börse berechnet für ETF-Investoren ab sofort eine neue Kennzahl: Das iXLM (intraday Xetra Liquiditätsmaß) gibt Auskunft darüber, wie sich die Handelskosten eines ETF im Tagesverlauf entwickelt haben. Investoren können hieraus ableiten, in welchem Zeitraum die Handelskosten eines ETFs besonders günstig waren und diese Information in zukünftige Entscheidungen einfließen lassen. Die individuelle Kennzahl steht für alle ETFs auf Xetra zur Verfügung. 

„Implizite Handelskosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten im Handel aus. Wer das iXLM berücksichtigt, kann im ETF-Handel je nach Tageszeit durchschnittlich bis zu 30 Prozent dieser Kosten sparen“, sagt Stephan Kraus, bei der Deutschen Börse für das ETF-Segment verantwortlich. 

 

Die Handelskosten setzen sich aus zwei Bausteinen zusammen: Den expliziten Kosten der Transaktion, die durch die Abwicklung des Auftrags durch Banken und Börsen entstehen – dazu zählen etwa Gebühren und Provisionen, die dem Anleger direkt in Rechnung gestellt werden. Und dem zweiten Baustein, den impliziten Kosten, die sich durch die Liquidität des Wertpapiers ergeben. „Die impliziten Kosten sind von der Lage im Orderbuch abhängig und werden nicht ausgewiesen. Sie sind deshalb nur bedingt nachvollziehbar für Investoren“, erläutert Kraus. 

 

Aus diesem Grund nutzen Investoren und Emittenten bereits seit 2002 das Xetra Liquiditäts- maß (XLM) zur Bewertung der Liquidität von Wertpapieren. Das XLM berechnet für alle Aktien und ETFs im Xetra-Handel die impliziten Transaktionskosten für einen gleichzeitigen Kauf und Verkauf für eine bestimmte Orderbuchgröße: je geringer das XLM, desto geringer die impliziten Handelskosten. 

 

Diese Kosten wurden bislang als Monatsdurchschnitt über den gesamten Handelstag ermittelt. „Doch das XLM schwankt im Tagesverlauf teilweise erheblich“, so Kraus. „Das neue iXLM bildet diese Schwankungen für ETFs im 30-Minuten-Takt ab.“ 

 

Die Deutsche Börse unterteilt zur Berechnung des iXLM den Handelstag von 9:00 bis 17:30 Uhr in halbstündige Intervalle und ermittelt rückwirkend für jede halbe Stunde das iXLM. Einmal im Monat werden die Werte veröffentlicht. Eine aktuelle Auswertung über alle ETFs hin- weg hat ergeben, dass die impliziten Transaktionskosten zum besten Zeitpunkt bis zu 30 Prozent niedriger sind als zum schlechtesten Zeitpunkt im Tagesverlauf. Die monatliche Auswertung wird in der ETF-Statistik der Deutschen Börse veröffentlicht. 

Nachhaltigkeits-ETF: Ossiam setzt auf KI

Mit ihrem neuen Ossiam World ESG Machine Learning UCITS ETF will die französische ETF-Boutique Ossiam vor allem nachhaltig orientierte Anleger ansprechen. Der ETF  setzt auf große und mittelgroße Unternehmen aus entwickelten Ländern, deren Aktien nach Finanz- und ESG-Kriterien bewertet werden. Zur Aktienauswahl verwenden die Franzosen dabei Künstliche Intelligenz (KI).

ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die für den ETF infrage kommenden Aktien werden vor dem Hintergrund dieser drei Kriterien bewertet. Zum Einsatz kommt  dabei ein intelligenter Algorithmus, der laufend von den eingespeisten Daten lernt. Die laufenden Kosten des thesaurierenden ETFs liegen bei 0,65 Prozent. Angeboten wird eine Euro-Klasse (ISIN IE00BF4Q4063) sowie eine in US-Dollar notierte Klasse (ISIN IE00BF4Q3545).  

Staatsanleihen-ETFs: Preise sinken weiter

Mit vier neuen ETFs mit dem Fokus auf US-Staatsanleihen zeigt der US-ETF-Anbieter Invesco, was an der Preisfront machbar ist. Die ETFs sind vorerst nur über die Londoner Börse (LSE) in Britischem Pfund und US-Dollar handelbar, sollen aber künftig auch in Deutschland gelistet werden. Der Clou an den vier neuen ETFs: Sie zählen zu den kostengünstigsten ETFs auf US-Staatsanleihen am Markt. Alle vier neuen Fonds haben laufende Kosten in Höhe von nur 0,06 Prozent.

Alle vier neuen ETFs enthalten US-Staatsanleihen (Treasuries). Der Unterschied der US Treasury Bond ETFs liegt in der verschiedenen Laufzeit der US-Staatsanleihen: ein bis drei Jahre (ISIN IE00BF2FNG46 / WKN A2N7D1), drei bis sieben Jahre (ISIN IE00BF2FNQ44 / A2N8PA) oder sieben bis zehn Jahre (ISIN IE00BF2FN646 / A2N7D2). Der vierte ETF des Quartetts, der Invesco US Treasury Bond UCITS ETF (ISIN IE00BF2GFH28 / A2N7D0), bietet einen breit gefächerten Mix mit US-Staatsanleihen aus allen Laufzeitsegmenten. Grundlage der Invesco US Treasury Bond UCITS ETF sind jeweils Komponenten des Bloomberg Barclays US Treasury Index.

 

Im Zuge der Zinswende in den USA durch die amerikanische Notenbank FED zogen die Renditen der amerikanischen Staatsanleihen im Vergleich zu den letzten Jahren wieder deutlich an. Paul Syms, Head of EMEA ETF Fixed Income Product Management bei Invesco, sagte zur Auflage der ETFs: „Für vorsichtigere Anleger genauso wie für Investoren mit einem moderaten Risikoappetit werden US-Staatsanleihen auch in Zukunft voraussichtlich eine bedeutende Rolle im Portfolio spielen. Viele Investoren schätzen diese erstklassig gerateten Anleihen als ‚sicheren Hafen‘. Für Investoren, die eine Rezession oder volatile Märkte fürchten, könnte diese Anlageklasse noch attraktiver werden.“

Fonds-Kosten fressen die Rendite

Die wichtigste Wertpapieraufsichtsbehörde der EU hat alarmierende Daten veröffentlicht – vor allem für private Fonds-Anleger. Sie verlieren nach Berechnung der ESMA nämlich durchschnittlich gut ein Viertel ihrer Bruttorendite durch hohe Kosten und Gebühren der Fonds. Zu diesem Ergebnis kam die EU-Wertpapieraufsicht auf Basis von Fonds-Daten aus den Jahren 2015 bis 2017.

Die durchschnittliche Kostenbelastung der Investmentfonds variiert demnach vor allem zwischen den verschiedenen Anlageklassen. Außerdem seien die Kosten der Fonds von Staat zu Staat unterschiedlich. Wichtig für Freunde von ETFs: Die Untersuchung zeigte auch, dass passive Aktienfonds in Hinblick auf Kosten und Gebühren stets besser abschnitten, als die aktiv gesteuerten Fonds im Aktienbereich. Die Kosten für aktive Produkte seien signifikant höher, reklamiert die ESMA.

 

Steven Maijoor, Vorsitzender der ESMA, sagte: „Unser Bericht zeigt, dass die Fondskosten erheblich sind, dass sie stark schwanken und dass die Kosten die Rendite stark beeinflussen können. Anleger sollten, die Kosten von Anlageprodukten sorgfältig vergleichen." Den Bericht über die Gebühren bei Investmentprodukten will die ESMA nun jährlich veröffentlichen.

Neuer ETF macht künstliche Intelligenz investierbar

Künstliche Intelligenz hält immer stärker Einzug in das alltägliche Leben – Alexa, Siri und andere smarten Assistenten sind nur eine kleine Auswahl an Computerprogrammen, die inzwischen größtenteils selbstständig und intelligent handeln. Auch in der Industrie und vielen Unternehmen kommt Künstliche Intelligenz immer öfter zum Einsatz. Mit dem neuen WisdomTree Artificial Intelligence ETF können Anleger auf dem Mega-Trend setzen. Der ETF bildet einen Aktienindex ab, der in Zusammenarbeit mit KI- und Technologieexperten der Nasdaq und der Consumer Technology Association entwickelt wurde.

Rafi Aviav, für Europa zuständiger Head of Product Development beim US-ETF-Anbieter WisdomTree, wies auf das enorme Potenzial des ETFs hin: „Künstliche Intelligenz (KI) ist eine revolutionäre Technologie und das Marktvolumen für KI-Produkte und -Dienstleistungen dürfte sich in den kommenden drei Jahren mehr als verdreifachen. Der neu aufgelegte ETF bietet die Chance, von diesem prognostizierten Wachstum zu profitieren. Der ETF ist Ergebnis einer über ein Jahr laufenden Kooperation zwischen WisdomTree, der Nasdaq und der CTA.”

 

Der WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF (ISIN DE000A2N7NJ6 / WKN A2N7NJ)

ist seit dem 11. Januar 2019 an der Deutschen Börse Xetra notiert und weist eine Total Expense Ratio (TER) von 0,40 Prozent auf. Derzeit finden sich im Indexportfolio des neuen ETFs 52 Aktien aus aller Welt. Für die Aufnahme in den Aktienindex müssen Unternehmen an bestimmten anerkannten Börsen notiert sein und Mindestkriterien für Liquidität und Marktkapitalisierung erfüllen. Um den thematischen Schwerpunkt zu erfüllen, müssen die Unternehmen außerdem eindeutig Teil der Wertschöpfungskette der künstlichen Intelligenz sein. Für jede einzelne Aktie wird anschließend die KI-Intensität ermittelt und bewertet. Aus den verschiedenen Intensitätsstufen werden dann die Top-Aktien ausgewählt.

 

Ist Smart Beta schon wieder out?

Das Interesse der Anleger an sogenannten Smart-Beta-ETFs hat in den vergangenen Monaten offenbar deutlich nachgelassen. Netto flossen im zweiten Quartal 2018 aus den ETFs dieser Kategorie sogar rund 839 Millionen Euro ab, berichten die Analysten des französischen ETF-Anbieters Lyxor. Auch aus Faktor-ETFs, die sich bisher noch besser behauptet hatten, zogen die Investoren netto insgesamt rund 564 Millionen Euro ab. 

Im ersten Halbjahr 2018 hat das Gesamtvolumen des mit Smart-Beta-ETFs verwalteten Vermögens  damit zwar um 3,3 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro zugelegt, darin ist allerdings bereits die positive Entwicklung der Börsen in Höhe von 3,2 Prozent mit eingerechnet. Netto flossen in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt gerade einmal zwölf Millionen Euro an neuen Geldern in Smart-Beta-ETFs, errechnete Lyxor.

Lyxor schluckt Comstage und wird zweitgrößter ETF Anbieter in Europa

Fast zwei Jahre hat die Commerzbank nach einem Käufer ihrer ETF-Abteilung Comstage gesucht. Jetzt hat es wohl geklappt: Die französische Großbank Société Generale will von der Commerzbank den Geschäftsbereich Equity Markets & Commodities (EMC) erwerben, zu dem auch das ETF-Geschäft der Commerzbank gehört. Die Comstage-ETFs werden künftig vermutlich von Lyxor vertrieben, dem ETF-Anbieter der Société Generale.

Durch die Übernahme der Comstage-ETFs dürfte Lyxors ETF-Vermögen auf rund 70 Milliarden Euro steigen. Damit wäre Lyxor dann künftig der zweitgrößte ETF-Anbieter in Europa, nach Blackrock (iShares) und vor der Deutschen Bank (x-trackers), der aktuellen Nummer Zwei.

 

Die Übertragung der Handelsbücher und die entsprechenden Auswirkungen auf Bilanz und Erträge würden schrittweise erfolgen und voraussichtlich Ende 2018 beginnen, erklärt Société Generale. Rund 500 Commerzbank-Mitarbeiter sollen zur Société Generale wechseln.

 

Zum Kaufpreis schwiegen sich die beiden Banken aus. In Medienberichten war in den vergangenen Monaten von einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag die Rede. Die Fusion der beiden ETF-Anbieter steht auch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung verschiedener  Behörden. Société Générale geht davon aus, dass sie die Genehmigungen für das Projekt im 2. Halbjahr 2018 erhalten wird.

Preiswerte neue Anleihen-ETFs

Nahezu zeitgleich listen die US-Gesellschaften Invesco und Vanguard neue Unternehmens-Anleihen-ETFs an der Deutschen Börse (Xetra). Die neuen ETFs begeistern allein schon aufgrund ihrer sehr niedrigen Kosten. 

Mit den beiden ETFs von Invesco partizipieren Anleger an der Wertentwicklung variabel verzinslicher Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Der Invesco Euro Floating Rate Note UCITS ETF EUR Dist (ISIN IE00BDRTCP90) investiert dabei in Euro-Anleihen. Der Invesco USD Floating Rate Note UCITS ETF EUR Hdg Dist (ISIN IE00BFZ11324) bietet ein Investment in Anleihen, die in US-Dollar begeben werden. Dieser ETF wendet zusätzlich noch eine Absicherungsstrategie an, um das Wechselkursrisiko zwischen US-Dollar und Euro zu minimieren. Beide ETFs kosten 0,12 Prozent der Anlagesumme pro Jahr.

 

Fast genauso preiswert ist der neue Vanguard USD Corporate 1-3 Year Bond UCITs ETF (ISIN: IE00BDD48R20) können Anleger kostengünstig in Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating und kurzen Laufzeiten investieren. Benchmark des Fonds ist der Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate USD 1-3 Year Index. Die laufenden Kosten des Vanguard-ETFs betragen 0,15 Prozent. 

ETF-Kosten so niedrig wie nie zuvor

Am deutschen ETF-Markt wurde jetzt eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet. Als erster schlug der französische Anbieter Lyxor zu – besonders kräftig. Lyxor senkte die Gebühren einiger Basis-ETFs auf teilweise nur noch 0,04 Prozent pro Jahr.

 

Lyxors neue Speerspitze an der Preisfront ist die „Lyxor Core Range“, zu der insgesamt 15 physisch replizierende ETFs zählen. Die Core-ETFs beziehen sich jeweils auf Standardindizes aus dem Aktien- und Rentenbereich der wichtigsten globalen Märkte.

 

Xtrackers, die ETF-Sparte der DWS (Deutsche Bank), dreht ebenfalls kräftig an der Preisschraube. Um neue Kunden zu gewinnen, hat die DWS die Pauschalgebühren für fünf ETFs aus dem Bereich Euro-Geldmarkt und US-Staatsanleihen zum Teil auf bis zu 0,10 Prozent gesenkt.

 

Nach den jüngsten Preisoffensiven sind nun insgesamt 31 ETFs an der Deutschen Börse gelistet, deren laufende Kosten unter 0,1 Prozent pro Jahr liegen. Anleger investieren mit diesen Fonds in den europäischen, amerikanischen und japanischen Aktienmarkt.

Noch bessere Dividenden-ETFs

Dividenden-ETFs werden immer ausgefeilter. Xtrackers, die ETF-Abteilung der Deutschen Bank bzw. deren Fondsgesellschaft DWS, hat jetzt drei neue Dividenden-ETFs aufgelegt, die noch gezielter in Dividendenperlen investieren. 

Die neuen ETFs arbeiten dabei mit einem speziellen Qualitätsfilter. Dieser soll für eine Auswahl von Aktien mit starken Fundamentaldaten und nachhaltig hohen Dividenden sorgen.

 

Beim Xtrackers MSCI World High Dividend UCITS ETF  werden deshalb keine Aktien berücksichtigt, die in Bezug auf die Eigenkapitalrendite, die Schwankungen der Gewinne und den Verschuldungsgrad vergleichsweise schlechte Werte aufweisen. Ebenso werden Aktien herausgefiltert, die sehr hohe oder sogar negative Auszahlungsquoten aufweisen, und die keine Historie lückenloser Dividendenzahlungen aufweisen können.

 

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die beiden anderen neuen Xtrackers ETFs, die Morningstar Indizes abbilden, der Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF, der Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF .

 

Die von Morningstar entwickelte Economic Moat-Analyse hat zum Ziel, ein möglichst umfassendes Bild von der fundamentalen Stärke eines Unternehmens zu zeichnen, inklusive sogenannter weicher Faktoren wie dem Einfluss der Marke des Unternehmens. Die Morningstar Analyse hat den Anspruch, weiter zu gehen als lediglich die Bilanzzahlen zu analysieren. 

J.P. Morgan bringt ETFs an die Deutsche Börse

J.P. Morgan Asset Management hat jetzt fünf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Alle Fonds sind in Irland aufgesetzt und zugleich an der Londoner Börse notiert. Die drei Anleihen-ETFs setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit.

 

Mit der neuen ETF-Palette zielt die Fondsabteilung der US-Investmentbank wohl vor allem auf institutionelle Anleger. "Im Austausch mit institutionellen Anlegern haben wir Bedarf an Strategien erkannt, die weniger stark mit dem breiteren Markt korrelieren und dabei helfen können, Portfolios für ein zunehmend volatiles Umfeld zu rüsten", erklärt Bryon Lake, der bei J.P. Morgan das ETF-Geschäft in Europa leitet.

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%

Profi-Anleger fliegen auf Anleihen-ETFs

J.P. Morgan Asset Management ist jetzt auch in Deutschland mit ETFs präsent. Die US-Fondsgesellschaft hat jetzt fünf ETFs an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Die drei Anleihen-Produkte setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit. Alle Fonds sind in Irland aufgelegt und auch an der Londoner Börse notiert. Die jährlichen laufenden Kosten liegen zwischen 0,10 % und 0,67 %.

 

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%
0 Kommentare

MiFID II bringt ETFs Vorteile

Die neuen MiFID II Vorschriften dürften sich positiv auf das Geschäft der ETF-Anbieter  auswirken. Seit Januar gilt Version zwei der „Markets in Financial Instruments Directive“. Vor allem zwei Neuregelungen sind für die ETF-Anbieter – und Anleger – von Vorteil.

Nach den neuen Regelungen müssen zum Einem alle Handelsumsätze der ETFs veröffentlicht werden:  Handelsumsätze an den Börsen genauso wie Geschäfte, die außerhalb der Börse abgeschlossen werden. Bislang blieben solche OTC-Geschäfte im Dunkeln.

 

Das umfassendere Reporting zeige, dass die Liquidität von ETFs viel höher sei, als es die meisten Investoren bisher angenommen hätten, erklärt Anraut Linas, Global Head of ETFs bei Lyxor. „Die neue Transparenz wird mehr Gelder von Investoren in ETFs ziehen“, prognostiziert Jürgen Blumberg, Head of Capital Markets Europa bei Powershares. 

 

MiFID II könnte sich auch aus einem weiteren Grund für die ETF-Häuser als vorteilhaft erweisen. Künftig werden nämlich die Provisionen für den Fondsvertrieb beschränkt. Nur Distributoren, die neben der reinen Orderabwicklung auch umfassende Beratung anbieten, haben nach dem Willen des Regulierers künftig Anspruch auf Bestandsprovisionen und ähnliche Rückvergütungen.

 

Bei ETFs gibt es schon jetzt weder Verkaufs- noch Bestandsprovisionen. „Das Plus an Transparenz bei der Kosten- gestaltung wird die Nachfrage nach ETFs anheizen“, sagt Stephen Cohen, Head of iShares Europa. 

Comstage-ETF: Dividenden mit weniger Risiko

Dieser neue Dividendenaktien-ETF ist einen Blick wert: Der Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-ETF von Comstage bietet ein Engagement in deutschen Dividendenaktien mit einer zusätzlichen Absicherung gegen Kursverluste.

 

Der Comstage Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-UCITS-ETF enthält 50 deutsche Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Ziel ist eine langfristige Überrendite gegenüber dem breiten Aktienmarkt. Damit es mit dem Renditeplus auch ganz sicher klappt, hat Comstage noch ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. In oder vor schwachen Börsenphasen kann der ETF in begrenztem Umfang am Terminmarkt short gehen.

 

Die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung trifft dabei Fondsmanager Thomas Timmermann. Damit gehört der neue Comstage-ETF zur kleinen Gruppe der aktiven ETFs. Ziel seiner Strategie ist es, zu mindestens 75 Prozent an positiven Marktent- wicklungen zu partizipieren und mögliche Verluste gleichzeitig um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.„Eine hohe Absicherung wird nur dann vorgenommen, wenn die technische Analyse und die fundamentalen Wirtschaftsdaten Signale für eine Eintrübung der Börsenstimmung senden“, sagt Fondsmanager Timmermann. 

Bio-Tech-Aktien: Eine heiße Branche

Der Biotech-Sektor stand zuletzt nicht sehr im Fokus der Investoren. Doch das könnte sich bald ändern. Neben viel versprechenden Innovationen und einem günstigen regulatorischen Umfeld lockt auch die Aussicht auf Fusionen und Übernahmen. Blackrock hat vorsorglich schon einmal einen ETF auf den US-Biotechnologiesektor aufgelegt. 

Der neue iShares-Nasdaq-US-Biotechnology-UCITS-ETF ist der erste an der deutschen Börse gelistete Biotech-ETF. Er bietet Anlegern Zugang zur Wertentwicklung der etwa 160 im Nasdaq-Biotech-Index gelisteten Unternehmen, die im ETF entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. „Der Biotechnologie- und Pharma-Sektor bietet langfristig starke Wachstumsaussichten. Die Unternehmen profitieren zweifach: vom Megatrend des demografischen Wandels und von ihrer starken Marktposition, die sich aus Patenten ergibt“, sagt Peter Scharl, Leiter ETF & Index Investments in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

 

Die Bewertungsabschläge bieten laut Scharl aktuell eine besonders gute Einstiegsgelegenheit für Anleger. Der neue Biotech-ETF von iShares bildet den zu Grunde liegenden Index physisch ab. Die Gesamtkostenquote beläuft sich auf 0,35 Prozent. Die fünf größten Werte machen jeweils maximal acht Prozent des Index aus, alle übrigen Positionen werden mit höchstens vier Prozent gewichtet. 

2017: Ein ganz starkes ETF-Jahr

Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber schon jetzt steht fest, dass die ETF-Branche 2017 als Rekordjahr feiern kann. Von Neujahr bis Ende Oktober flossen rund 517 Milliarden Dollar weltweit in ETFs und ähnliche Anlageinstrumente. Damit haben Anleger bereits in den ersten drei Quartalen mehr Geld in ETFs gepackt als im gesamten Vorjahr. 

Die starken Zuflüsse und die festen Aktienmärkte hoben damit bis Ende Oktober das globale ETF-Vermögen auf 4,5 Billionen Dollar, rund eine Billion mehr als Ende 2016. Das berechneten die Analysten der US-Fondsgesellschaft Blackrock.

 

Über weite Strecken besonders gefragt waren in diesem Jahr Fonds mit US-Aktien, dem breiten Welt-Aktienmarkt und Emerging-Markets-Aktien. Europäische Aktien stehen weiterhin im Schatten der Wall Street. Zwar setzen Investoren aus Europa setzen weiterhin auf Aktien ihrer Heimat, der Appetit der US-Anleger auf dieses Marktsegment hat jedoch etwa seit Jahresmitte nachgelassen hat. Aus US-ETFs mit europäischen Aktien zogen US-Anleger im dritten Quartal mehr als eine Milliarde Dollar ab.

 

Weltweit relativ stark bleibt dagegen die Nachfrage nach Schwellenländer-Aktien. Allein im Oktober konnten diese ETFs per Saldo fast fünf Milliarden Dollar neue Gelder verbuchen. Für ETFs mit Anleihen der Schwellenländer war dagegen der Oktober der erste Monat 2017 mit Abflüssen. Diese gingen Mehrheitlich zulasten von Papieren in den jeweiligen Landeswährungen.

Vanguard drückt die ETF-Preise runter

Mit mehr als 4,5 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen, fast 400 Fonds, 15 000 Mitarbeitern und mehr als 20 Millionen Anlegern ist die US-Fondsgesellschaft Vanguard einer der größten Vermögensverwalter – und weltweit die Nummer zwei im ETF-Geschäft. Ende Oktober listete der US-Riese mehr als 20 ETFs an der Deutschen Börse. Weitere sollen folgen.

Anleger dürfen den Vorstoß begrüßen: Vanguard-ETFs gehören oft zu den billigsten am Markt. Künftig könnten deshalb in der deutschen ETF-Welt die Gebühren der Fonds abermals ins Rutschen kommen. Vanguard-Deutschland-Chef Sebastian Külps nennt das im Interview mit dem ETF-Magazin (Ausgabe 4-2017) nicht ohne Stolz „den Vanguard- Effekt“. Allerdings: Vanguard bietet fast ausschließlich ETFs für die großen Indizes. ETFs für – mitunter oft spannende – Nischenmärkte soll es von Vanguard bis auf Weiteres nicht geben.