Aktive ETFs mit quantitativer Strategie

Invesco bringt zwei neue Indexfonds mit aktivem Investmentansatz: den Invesco Quantitative Strategies Global Equity Low Volatility Low Carbon ETF und den  Invesco EUR Corporate Bond ESG Multi-Factor ETF (ECMA). Beide ETFs verfolgen eine quantitative Strategie.

Dem Invesco Quantitative Strategies Global Equity Low Volatility Low Carbon ETF dient als Basis der MSCI World Index, wobei aus jeder Branche die Titel mit den höchsten ESG-Bewertungen ausgewählt werden. Ein Portfoliomanager selektiert aus den verbleibenden Aktien dann aktiv Titel heraus, die die geringste Volatilität versprechen.

 

Der Invesco EUR Corporate Bond ESG Multi-Factor ETF (ECMA) setzt dagegen auf eine globale Auswahl an Unternehmensanleihen die über ein Investment Grade Rating verfügen. Nach einem ESG-Screening werden die verbleibenden Wertpapiere anhand der Faktoren Value, Low Volatility und Carry ausgesiebt. Auf Basis der drei Faktoren werden individuelle Portfolios gebildet, die dann so zusammengeführt werden, dass der Risikobeitrag aller drei Faktoren gleich ist. So sollen Faktorungleichgewichte durch Anwendung der ESG-Kriterien reduziert werden.

Nervenstärke zahlt sich aus

Bei Aktien-Investments gehören Volatilität und regelmäßige Kursrückgänge zum System. Doch wer die Schwankungen aushält, wird dafür reich belohnt. Brian Wesbury, Chef-Volkswirt beim US-ETF-Anbieter First Trust, belegt diese Erkenntnis mit einigen aussagekräftigen Fakten. 

Durchschnittliche Kursgewinne fünf mal so hoch wie Verluste
Hausse und Baisse-Phasen am US-Aktienmarkt

"Anleger möchten Kursverluste an den Aktienmärkten um jeden Preis vermeiden, aber Rückschläge sind ein unvermeidlicher Bestandteil der Investitionstätigkeit", erklärt Wesbury. Seit 1942 sei es am US-Aktienmarkt, gemessen am S&P-500-Index, 13 mal zu Kurseinbrüchen von mehr als 20 Prozent gekommen (s. Grafik rechts). Im Schnitt dauerte solch ein Kursrückgang etwas mehr als elf Monate und bescherte Aktienanlegern einen Kursverlust von 32 Prozent. So schmerzhaft diese Verluste auch gewesen sein mögen: Angesichts der vorausgegangenen Kursgewinne, war diese Verluste halb so schlimm. Nach Wesbury´s Berechnungen stieg nämlich der US-Aktienindex S&P-500 in einem durchschnittlichen Bullen-Markt um 156 Prozent und dauerte 4,4 Jahre. 

 unterjährige Kursrückgänge mussten verdaut werden, doch am Jahresende waren Aktionäre meist im Plus
US-Aktienmarkt: Unterjährige Kursrückgänge und Jahresrenditen

Doch nicht nur die großen Bären-Märkte, also Kursrückgänge von mehr als 20 Prozent, zerrten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder an den Nerven der Aktien-Anleger. Auch unterjährige Kursrückgänge mussten verdaut werden. "Volatilität ist kein neues Phänomen. Jedes Jahr muss man damit rechnen, dass der Aktienmarkt eine deutliche Korrektur erfährt", erklärt Wesbury. Beim S&P-500-Index kam es seit 1980 im Durchschnitt jedes Jahr zu einem Kursrückgang von etwa 14 Prozent. Doch in der Mehrzahl der Jahre, konnten Aktionäre am Jahresende dennoch einen Gewinn verbuchen (s. Grafik). "Die Geschichte hat gezeigt, dass diejenigen, die den Kurs beibehalten haben, für ihre Geduld meistens belohnt wurden", resümiert der First-Trust-Stratege.

Durchschnittliche Verluste in Baisse-Phasen des US-Aktiensmarkts
Durchschnittliche Verluste in Baisse-Phasen des US-Aktiensmarkts

Seit 1942 kam es  am US-Aktienmarkt durchschnittlich dreimal pro Jahr zu einem Kursrückgang zwischen fünf und zehn Prozent, berechnete Wesbury anhand der Entwicklung des S&P-500-Index und des Dow-Jones-Industrial-Average (s. Tabelle rechts). Solche Rückschläge währten im Schnitt 40 Tage. Tröstlich: Kurseinbrüche zwischen 15 und 20 Prozent treten im Mittel nur alle 3,25 Jahre auf, dauern dann allerdings durchshnittlich 240 Tage.

Tröstlich: Verluste von mehr als 20 Prozent gab es sogar nur alle sechs Jahre

ETFs werden immer preiswerter

Stetig steigende Handelsumsätze und starke Mittelzuflüsse führen bei europäischen ETFs zu sinkenden Kosten. Sowohl laufende  Kosten als auch Handelskosten der ETFs sinken weiter. Das zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Börse für die an ihrer Handelsplattform Xetra gehandelten ETFs.
XLM der 20 größten Aktien-ETFs an Xetra
Die impliziten Handelskosten der Aktien-ETFs sinken.

Zum Jahresende 2021 überstieg das investierte Vermögen der an Xetra notierten ETFs erstmals die magische Marke von einer Billion Euro. Das war ein Zuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Handelsumsätze nahmen 2021 weiter zu. 

 

Anleger profitieren durch sinkende Kosten. Vor allem bei den großen ETFs sanken 2021 erneut die impliziten Handelskosten, weil die Spannen zwischen den An- und Verkaufskursen der Market Maker immer enger werden. Am Xetra-Liquiditätsmaß XLM läßt sich diese Spread-Einengung gut ablesen. Das XLM mißt die Market-Impact-Kosten einer ETF-Order, also die Kosten in Basispunkten, die bei einem gleichzeitigen Kauf- und Verkauf eines ETFs an der Handelsplattform Xetra der anfallen würden.

 

Bei den 20 größten Aktien-ETFs betrug das XLM für eine Order im Volumen von 100.000 Euro im Jahresschnitt 2021 nur 4,1 Basispunkte. Eine 100.000 Euro-Order hatte also Impact-Kosten von nur  4,10 Euro. Vor zehn Jahren waren diese Kosten mehr als doppelt so hoch. Die laufenden Kosten (TER) der 20 größten Aktien-ETFs betragen inzwischen im Schnitt nur noch 0,16 Prozent pro Jahr. Mit durchschnittlich 0,31 Prozent lagen die laufenden Kosten der größten Aktien-ETFs noch vor fünf Jahren etwa doppelt so hoch wie heute. 

 

Xetra: ETFs sind so beliebt wie nie zuvor

Auch für die Deutsche Börse war 2021 ein außergewöhnliches ETF-Jahr. 2021 waren ETFs so gefragt wie nie zuvor. Das im ETF-Segment der Deutschen Börse investierte Vermögen überschritt Ende Dezember erstmals die Rekordmarke von einer Billion Euro und stieg damit um beeindruckende 39 Prozent. 

ETF-Orders auf Xetra, 2002 bis 2021
Im Schnitt wurden 2021 an Xetra mehr als 1,5 Millionen ETF-Orders pro Monat ausgeführt.

Das durchschnittliche monatliche Orderbuchvolumen erreichte 2021 ebenfalls einen neuen Rekordwert von 17 Milliarden Euro. Im Schnitt wurden pro Monat 1,5 Millionen Orders ausgeführt, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgeamt erreichte der ETF-Handel an Xetra 2021 ein Volumen von 205 Milliarden Euro. Damit bleibt Xetra der führende ETF-Handelsplatz in Europa, mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent. Anfang 2022 notierten fast 1800 ETFs an Xetra. Im Jahr 2021 wurden 208 neue ETFs gelistet und 69 ETFs delistet

Spannende neue Themen-ETFs

Die US-Fondsgesellschaft Global X setzt auf Trends, die die Welt verändern. Mit zunächst 18 ETFs will die US-Gesellschaft jetzt auch in Europa reüssieren.

 

Seit Gründung 2008 steht Global X vor allem für eins: Thematisches Investieren. Und das funktioniert nach Ansicht des in New York City beheimateten ETF-Anbieters am besten in einem zweistufigen Prozess. Aus einer Top Down-Perspektive sucht das Unternehmen zunächst nach starken, disruptiven Trends, die die Weltwirtschaft auf Jahrzehnte hinaus prägen, um dann aus einer Bottom Up-Sicht jene Sektoren zu identifizieren, die von diesen Trends profitieren.

 

In den Vereinigten Staaten bietet Global X inzwischen über 90 ETFs mit insgesamt rund 43 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Ende 2020 starteten die Amerikaner mit UCITS-Fonds in Europa, ganz vorsichtig zunächst mit lediglich zwei trendigen Themen-ETFs: Video Games & Esports sowie Telemedicine & Digital Health.

 

In diesem Winter legte Global X dann mutig nach und listete 16 weitere Themen-ETFs an Xetra und anderen europäischen Börsen. Global X ETFs gehört zur Mirae Asset Financial Group, einem koreanischen Vermögensverwalter, der mehr als 12000 Mitarbeiter in 15 Ländern beschäftigt und mehr als 650 Milliarden Dollar Vermögen verwaltet.


Mehr zu Global X und ein Interview mit Morgane Delledonne, Director of Research Europe bei Global X in London, gibt es im neuen ETF Magazin 1-2022, das ab dem 26. Februar hier zum Download bereit steht. 

Bitcoin-ETF: Kein Schnäppchen

An der US-Börse wurden im Oktober die ersten Bitcoin-ETFs notiert: der ProShares-Bitcoin-Strategy-ETF und der Valkyrie-Bitcoin-Strategy-ETF. Die Nachfrage war riesig, doch die neuen Bitcoin-ETFs sind für Anleger kein uneingeschränkt gutes Geschäft.

 

Die neuen Bitcoin-ETFs stießen auf starke Nachfrage, denn in den Vereinigten Staaten standen bislang als indirekte Zugangsmöglichkeit nur die CME-Bitcoin-Futures und teure OTC-gehandelte Vehikel wie der Grayscale Bitcoin Trust zur Verfügung. Der ProShares-Bitcoin-ETF sammelte denn auch bereits in den ersten zwei Tagen eine Milliarde Dollar ein.

 

Einige Anleger dürften allerdings enttäuscht werden. Beide ETFs basieren nämlich nicht direkt auf dem Kurs des Bitcoin, sondern auf den CME-Bitcoin-Futures. Dadurch könnten künftig immer wieder Rollverluste die Wertentwicklung negativ beeinträchtigen. Solche Verluste können entstehen, weil der ETF regel-mäßig von einem auslaufenden Terminkontrakt in den nächsten wechseln muss.

 

Häufig liegt der Kurs des neuen Future über dem des auslaufenden Kontrakts. Verschärft wird das Problem, weil die ETF-Anbieter nicht so viele Kontrakte auf den nächsten Monat halten dürfen, wie sie benötigen, und deshalb gezwungen werden, Teile des ETF-Vermögens in noch teurere, entferntere Monate zu investieren. ETFs, die auf dem Bitcoin-Spot-Kurs basieren, will die US-Börsenaufsicht bislang nicht zulassen.

Top-Rendite mit Indien-Anleihen

Zehnjährige indische Staatsanleihen rentieren aktuell mit deutlich mehr als sechs Prozent. Legal & General Investment Management (LGIM) hat jetzt den ersten europäischen ETF für indische Staatsanleihen auf den Markt gebracht. 

Der neue L & G India INR Government Bond ETF (ISIN: IE00BL6K6H97) investiert ausschließlich in Nullkuponanleihen der indischen Regierung, die in indischen Rupien denominiert sind. Der ETF bietet so Zugang zu „Anleihen mit Investment-Grade-Rating, die eine deutlich höhere Rendite als Staatsanleihen der Industrieländer aufweisen sowie zurzeit ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil “, erklärt LGIM. Zudem würden diese Anleihen kaum mit anderen Schuldtiteln aus Schwellen- und Industrieländern korrelieren. Die Gesamtkostenquote des ETF beträgt 0,39 Prozent.

 

Zukunftsmarkt Solar-Energie im ETF

Der neue Invesco Solar Energy ETF investiert weltweit in Aktien, die vom Durchbruch der Solarenergietechnologie profitieren könnten. 

Der ETF (ISIN IE00BM8QRZ79) basiert auf dem MAC Global Solar Energy Index und konzentriert sich auf Unternehmen, die einen Großteil ihres Umsatzes aus der Herstellung von Solarstromanlagen erzielen. Vertreten sind allerdings auch die Lieferanten von Vorprodukten oder Dienstleistungen für Solaranlagenproduzenten, -entwickler und -nutzer. Das Gewicht der Unternehmen im ETF-Portfolio hängt davon ab, wie hoch der Einnahmenanteil aus dem Solargeschäft ist. Reine Solarunternehmen werden am höchsten gewichtet. Die Kosten des ETFs betragen 0,69 Prozent.

 

Spannende neue ETCs für Kupfer und Nickel

Wer vom Preisanstieg bei den Industriemetallen profitieren will, darf sich über zwei neue ETCs (Exchange Traded Commodities) von Global Palladium Fund (GPF) freuen. GPF hat jetzt die weltweit einzigen physisch besicherten ETCs für Kupfer und Nickel auf Xetra gelistet. Die neuen ETCs folgen den Preisen der beiden Metalle am Kassamarkt.

Kupfer und Nickel faszinieren Anleger bereits seit einigen Monaten mit starken Preisansteigerungen. Die Chancen stehen gut, dass die Rally weiter geht, denn bei beiden Metallen steigt die Nachfrage viel stärker, als das Angebot ausgeweitet werden kann. Hintergrund: Elektroautos brauchen viel mehr Kupfer und Nickel als die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

 

Die beiden neuen ETCs von GPF, einer Tochter der großen Minengesellschaft Norilsk Nickel, folgen den Preisen von Kupfer und Nickel am Kassamarkt. Bislang angebotene ETCs für diese Metalle bilden die Preise am Terminmarkt ab. Die sind zwar nahe an den Spotpreisen, doch die Terminkontrakte laufen immer nur für kurze Zeit. Danach muss der ETC in einen neuen Terminkontrakt wechseln. Bei diesem Wechsel entstehen häufig Rollverluste. Bei den neuen ETCs von GPF für Kupfer und Nickel kann das nicht basieren, denn aufgrund der Orientierung am Spotmarkt ist kein Kontraktwechsel  nötig.

 

GPF sichert das Vermögen der Kupfer- und Nickel-ETCs durch die Hinterlegung der entsprechenden Metallmengen in Lagerhäusern in Rotterdam. Auch das ist eine Neuheit. Andere ETC-Anbieter sichern das Vermögen ihrer Kupfer- und Nickel-ETCs mit Wertpapieren. GPF ist auch der erste ETC-Emittent, der die Blockchain-Technologie einsetzt, um den Anlegern durch die Aufzeichnung der Barreninformationen in der Distributed-Ledger-Technologie mehr Transparenz bei ihren Metall-ETCs zu bieten. 

 

Die neuen ETCs von GPF werden bereits seit einige Wochen auch an den Börsen in London, Zürich und Mailand gehandelt. Market Maker ist Flow Traders.

Mit jährlichen Gesamtkosten von 0,85 % bzw. 0,75 % liegen die neuen GPF-Metall-ETCs im Mittelfeld der bisher in Deutschland verfügbaren ETCs für Kupfer und Nickel.

 

GPF Physical Copper ETC: XS2314665447

GPF Physical Nickel ETC: XS2314660700

 

 

Nachhaltige deutsche Aktien im ETF

Investments in deutsche Aktien, aber mit Nachhaltigkeits-Filter: Das ermöglichen jetzt zwei neue ETFs von iShares und der Credit Suisse. Sie enthalten Aktien aus Dax, MDax und TecDax, die unter ESG-Aspekten hervorstechen

Für Freunde nachhaltiger Anlagemöglichkeiten, die in heimische Unternehmen investieren wollen, hat iShares sein Angebot um einen Dax-ETF mit ESG-Komponente erweitert. Der neue iShares-Dax-ESG- ETF folgt dem Dax-ESG-Target-Index. Die 30 darin enthaltenen Unternehmen werden anhand der ESG-Rating-Informationen des Research-Anbieters Sustainalytics gewichtet. Zudem sind Hersteller von  Waffen, Tabak, Kohle und Atomkraft ausgeschlossen. Die Aktien im iShares-Dax-ESG-ETF kommen nicht nur aus dem Dax-30-Index, sondern auch aus MDax und TecDax. Die jährlichen Kosten des  iShares-Dax-ESG- ETF betragen 0,12 Prozent.

 

Mit dem CSIF-Dax-50-ESG-Blue-ETF will auch die Credit Suisse eine nachhaltige Investi- tionsmöglichkeit in deutsche Top-Unternehmen bieten. Der neue CSIF-Dax-50-ESG-Blue-ETF enthält anstatt 30 Titeln die 50 größten und liquidesten deutschen Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax, die unter ESG-Aspekten hervorstechen. Hersteller von Waffen, Tabak, Kohle und Kernenergie oder mit Geschäftsbeziehungen zum Militär werden ausgeschlossen. Die Kostenquote des CS-ETF beträgt ebenfalls 0,12 Prozent.

Weltraum und Touristik im ETF

Die Kreativität der Produktentwickler bei HANetf ist beeindruckend. Nach dem Cannabis-ETF und dem Bitcoin-ETC bringt die Londoner ETF-Manufaktur jetzt den Weltraum-ETF und einen weiteren ETF für die Zeit nach Corona. Frei nach dem Motto: Jetzt können wie endlich wieder reisen.

Noch im Juni will HANetf den ersten europäischen ETF auf Fluggesellschaften, Hotels und Kreuzfahrtschiffe an der Londoner Börse listen. Eine Notierung an der Deutschen Börse dürfte folgen. Der neue Airlines, Hotels and Cruise Lines UCITS ETF hat eine stolze Gesamtkostenquote (TER) von 0,69 Prozent und basiert auf einem neuen Index des Frankfurter Anbieters Solactive.

 

Nach Einschätzung von HANetf stehen die Chancen für die hart getroffenen Unternehmen der Reisebranche gut.  Weltweit hätten sich die Ausgaben für Freizeit- und Geschäftsreisen sich im letzten Jahr halbiert. Mit der Einführung von Covid-19-Impfstoffen und der allmählichen Lockerung der Beschränkungen dürften nach HANetf-Schätzung die Ausgaben für Freizeitreisen in diesem Jahr um 45 Prozent steigen. 

 

Ebenfalls für Juni ist das Listing des SPACE ETFs geplant. Der Themen-ETF mit dem lustigen Tickersymbol YODA soll Aktien von Unternehmen aus der Weltraumbranche enthalten, beispielsweise SpaceX, Virgin Galactic und Blue Origin. Die „Space economy“ werde in Zukunft enorme Gelder von Staaten und privaten Investoren auf sich ziehen und Wachstum generieren, erklärt HANetf.

 

Der Space-ETF wird den S-Network Space Index abbildet. Darin 80 Prozent der im Index-Unternehmen sollen mindestens die Hälfte hrer Umsätze mit Weltraumtätigkeiten erwirtschaften, bei den restlichen 20 Prozent der Indextitel darf der Umsatzanteil auch niedriger sein. Auch dieser ETF wird nicht billig sein. Die laufenden Kosten (TER) betragen nach Angaben von HANetf happige 0,75 Prozent.

 

Großanleger bauen immer stärker auf ETFs

Schlechte Nachrichten für aktive Fondsmanager: Immer mehr professionelle Investoren vertrauen auf ETFs und schichten ihr Kapital entsprechend um. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage von TrackInsight unter 373 institutionellen Anlegern in insgesamt 18 Ländern.

57 Prozent der von TrackInsight befragten institutionellen Anleger gaben an, ETFs als Ersatz für aktive Investmentfonds zu verwenden. Im Jahr 2020 lag die ETF-Quote noch bei 39 Prozent. Diese Realität bestätige den Trend der Verlagerung von aktiv Fonds hin zu passiven Indexfonds und ETFs sowie von hohen Kosten zu niedrigen Kosten und von geringer Liquidität zu hoher Handelbarkeit, urteilen die Marktforscher von TrackInsight. 

In der Tat spielen die geringeren Kosten bei ETFs für die meisten Befragten (84 Prozent) die größte Rolle bei einem Wechsel zu passiven Indexfonds. Für rund 77 Prozent gab eine leichtere Diversifizierung den Ausschlag und 68 Prozent überzeugte die höhere Liquidität.

Ebenfalls Interessant: Bei der Frage nach den Kennzahlen, die Anleger bei der Unterscheidung zwischen einzelnen ETFs berücksichtigen, gaben 70 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass die Liquidität entweder „extrem“ oder „sehr“ wichtig ist und am Ende das ausschlaggebende Kriterium darstellt.

Die Umfrage ergab außerdem, dass rund 52 Prozent der Anleger planen, ihr Engagement vor allem in thematischen ETFs auszubauen, hier in den Bereichen Technologie und ESG.

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Zwei neue ETFs zum Thema Wasserstoff

Wasserstoff, das häufigste Element im Universum zählt auch auf der Suche nach emissionsarmen Energiequellen zu den Favoriten. Darauf setzen zwei neue Themen-ETFs der Anbieter VanEck und Legal & General.

Der VanEck Vectors Hydrogen Economy ETF investiert in einen Index aus mindestens 25 Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihrer Erträge entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette erwirtschaften oder entsprechende Pläne vorantreiben. Die laufenden Kosten des von dem amerikanischen ETF-Anbieter VanEck aufgelegten Wasserstoff-ETFs betragen 0,55 Prozent.

 

Die britische Fondsgesellschaft Legal & General Investment Managers (LGIM) setzt mit dem L&G Hydrogen Economy ETF ebenfalls auf das Wachstumspotential der Wasserstoff-Branche. Der zugrundeliegende Index basiert auf aktivem Research um die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abzudecken, versichert LGIM.

 

Berücksichtigt werden unter anderem Aktien von Elektrolyseur-Herstellern, Wasserstoffproduzenten, Brennstoffzellenherstellern, sowie von Industrie- und Energieversorgungsunternehmen. Um in den L&G Hydrogen Economy ETF aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mindestens 200 Millionen US-Dollar aufweisen. Die Gesamtkostenquote des neuen Wasserstoff-ETF beträgt 0,49 Prozent.

 

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Clevere ETCs für die neue Kupfer-Hausse

Die Preise von Kupfer, Nickel und anderen Industriemetallen steigen so stark wie lange nicht mehr. Seit dem Beginn der neuen Metall-Hausse hat sich der Preis von Kupfer nahezu verdoppelt. Mit neuen Kupfer- und Nickel-ETCs von Global Palladium Fund (GPF) können Anleger profitieren. Nach Informationen des ETF Magazins will GPF die neuen ETCs noch im März an der Deutschen Börse listen. Gegenüber bisher verfügbaren Metall-ETCs sollen die Kupfer- und Nickel-ETCs von GPF einige Vorteile bieten.

Die neuen Kupfer- und Nickel-ETCs von Global Palladium Fund werden der Preisentwicklung der beiden Industriemetalle am Kassamarkt folgen und sie werden mit den entsprechenden Mengen der Metalle gesichert. Damit schafft GPF, was bislang kein anderer ETC-Anbieter leistet. Die bisher verfügbaren ETCs für Industriemetalle basieren auf Terminkontrakten und sie sichern ihr Vermögen nicht mit den Metallen, sondern mit Zinspapieren bester Bonität oder durch die Garantieerklärung einer Bank ab. 

 

Bereits im Januar listete GPF seine ersten vier ETCs an den Börsen in Frankfurt und London. Diese folgen den Preisen von Gold, Silber, Palladium und Platin und auch sie basieren auf den Preisen am Kassamarkt. Wie die angekündigten Kupfer- und Nickel-ETCs sichern auch die GPF-Edelmetall-ETCs ihr Vermögen durch die Lagerung ausreichender Mengen der Edelmetalle in Tresoren, die von Treuhändern überwacht werden, ab. Auch dabei zeigt sich GPF als Pionier: Um Bestände und Besitzrechte zu übertragen und zu dokumentieren, nutzt das Unternehmen die Blockchain-Technologie. Jede Transaktion wird damit eindeutig und unveränderbar dokumentiert. 

 

Für Investoren schlägt sich die innovative Konstruktion der ETCs nicht in höheren Kosten nieder. Im Gegenteil: Mit ihrer Verwaltungsgebühr von 0,145 Prozent beim Gold-ETC und 0,2 Prozent bei den anderen Metall-ETCs haben die neuen GPF- Zertifikate sehr wettbewerbsfähige Preise. 

 

 

2020 flossen wieder Milliarden in ETFs

Endlich ist die magische Marke von einer Billion geknackt. Zum Jahresende 2020 steckten 1041 Milliarden Euro in europäischen ETFs und börsengehandelten Zertifikaten, berechneten die Londoner ETF-Marktforscher von ETFGI. Rund 103 Milliarden Euro sammelten europäische ETFs im vergangenen Jahr ein. Damit investierten Anleger 2020 fast genau so viel Geld in ETFs wie im Vorjahr - trotz zwischenzeitlicher Abflüsse in der Corona-Krise. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt interessante Entwicklungen. 

So konnten zwar Aktien-ETFs auch 2020  das meiste Geld anziehen. Doch in Relation zum bereits investierten (niedrigeren) ETF-Vermögen war bei den Renten-ETFs das Wachstum stärker. Sehr gefragt waren im Krisenjahr 2020 auch börsengehandelte Gold-Zertifikate (ETC). 

 

Über die Anlageklassen hinweg als große Gewinner entpuppten sich im Jahr 2020 ETFs mit Nachhaltigkeits-Fokus. 43 Milliarden Euro frisches Geld floss in diese Fonds, berechneten die Analysten des Münchner ETF-Brokers Crossflow.

 

Bemerkenswert ist auch das kräftige Wachstum des ETF-Handels an den europäischen Börsen im Jahr 2020. Insgesamt stieg das börsengehandelte ETF-Volumen in Europa im Jahr 2020 um 46 Prozent auf 828 Milliarden Dollar, zeigen Zahlen von Blackrock (iShares). Die Deutsche Börse meldete mit plus 58 Prozent sogar einen noch größeren Umsatzsprung im ETF-Handel.

 

 

Nach Einschätzung der Blackrock-Analysten erhöhte sich das Volumen des ETF-Börsenhandels dabei nicht nur durch ein allgemein belebteres ETF-Geschäft. Ein  wesentlicher Grund sei auch die geringere Bedeutung des ausserbörslichen ETF-Handels gewesen. 

Anleger lieben Bitcoin-ETF

Nicht nur der Kurs des Bitcoin geht durch die Decke, auch Kryptoinvestment-ETFs und -ETNs können sich über massive Zuflüsse freuen. So erreichte der erst Mitte 2020 deutschen Börse gelistete BTCetc Exchange Traded Bitcoin ETC bis Anfang Januar 2021 bereits ein Volumen von 150 Millionen Dollar. 

Das börsengehandelte Zertifikat (ETN) bildet den Preis des Bitcoin nach und ist mit der entsprechenden Menge Bitcoin hinterlegt. Es handelt „ohne Prämie oder Abschlag mit der Möglichkeit, es jederzeit in Bitcoin umzuwandeln“, erklären die Emittenten HANetf und ETC Group.

 

In den Vereinigten Staaten sind einige Anbieter schon viel weiter. So stecken etwa im Grayscale Bitcoin Trust inzwischen mehr als 20 Milliarden Dollar. Der Trust bezeichnet sich als erstes öffentlich gehandeltes Bitcoin-Investmentvehikel mit SEC-Genehmigung, wenngleich auch nicht als Indexfonds. Der vor sieben Jahren per Privatplatzierung gestartete Bitcoin-Trust wird an der US-OTC-Plattform OTCQX gehandelt.

ETF werden immer preiswerter

Bei börsengehandelten Indexfonds (ETF) hört der Preiskrieg nicht auf. Ende November leitete die DWS, Europas zweitgrößter ETF-Anbieter, eine neue Runde ein und senkte bei 21 ETFs die Gebühren. In diese Richtung wird es weitergehen, prognostiziert Deborah Fuhr, Chefin des Londoner ETF-Marktforschers ETFGI.

Angesichts der Summen, die in ETFs fließen, entstünde den Anbietern immer neuer Spielraum für Preissenkungen. Nach ihrer Berechnung sind schon heute 40 Prozent des weltweiten ETF-Vermögens mit Kosten von weniger als zehn Basispunkten pro Jahr belastet. Unter den in Deutschland gelisteten ETFs gibt es inzwischen deutlich über 100 ETFs mit laufenden Kosten von weniger als 0,1 Prozent im Jahr. Bei vielen wichtigen Indizes fallen sogar nur 0,05 Prozent an. Vor zehn Jahren verlangten die Anbieter für diese Indizes noch das Dreifache.

Nachhaltigkeits-ETFs beliebt wie nie zuvor

Im turbulenten Corona-Jahr greiffen europäische ETF-Anleger am liebsten zu ETFs mit nachhaltigen Investmentfokus. Das zeigt eine Auswertung des Münchner ETF-Brokers und -Beraters Crossflow, die auf Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg und auf Angaben der ETF-Anbieter bis Ende Oktober basiert. Dividenden-ETFs gezählt werden. 

Nach den Crossflow-Berechnungen packten Europas ETF-Investoren allein in den ersten zehn Monaten mehr als 21 Milliarden Euro in ESG-ETFs, überwiegend auf der Aktienseite. Die Netto-Zuflüsse der ESG-ETFs erreichten damit fast das Niveau der saldierten Zu- und Abflüsse bei allen Aktien-ETFs in diesem Jahr. Ende Oktober steckten nach Crossflow-Rechnung mehr als 47 Milliarden Euro in ESG-ETFs. Dem hätte ein Gesamtvermögen von 550 Milliarden Euro bei Aktien-ETFs aller Kategorien gegenübergestanden.

 

„Eine weitere Erfolgsgeschichte schreiben außerdem ETFs mit thematischen Indexansätzen“, berichten die Crossflow-Analysten. Besonders beliebt seien in diesem Jahr ETFs mit Aktien aus Zukunftsbranchen und dem Pharma- und Gesundheitsbereich. Sehr deutlich war auch die Vorliebe der Investoren für US-Staats- und Unternehmensanleihen. Rund 15 Milliarden Euro konnten Rentenfonds dieser Kategorien seit Jahresbeginn anziehen.

 

Euro-Anleihen konnten dagegen nur knapp vier Milliarden Euro anziehen, überwiegend im Bereich der Staatsanleihen. Bei ETFs mit Euro-Hochzinsanleihen zogen Europas Anleger in den ersten zehn Monaten sogar mehr als eine Milliarde Euro ab. Starke Abflüsse von mehr als sechs Milliarden Euro gab es auch bei den Faktor-ETFs, zu denen auch die früher beliebten 

 

Neu: Das-ETF-Magazin-Archiv

Bei der Geldanlage ist Aktualität Trumpf - aber es gibt viele Themen, die auch später noch interessant sind. Über den unten stehenden Link zu unserem Archiv können Sie jetzt auf alle ETF Magazine der letzten zwei Jahre zugreifen:

 

https://www.das-etf-magazin.de/neu-etf-magazin-archiv/ 

 

Noch einfacher geht´s zum Archiv über die Menüleiste oben.

Privatanleger kaufen mehr ETFs

Nicht nur professionelle Investoren arbeiten immer stärker mit ETFs. Auch bei privaten Anlegern gewinnen börsennotierte Indexfonds zunehmend an Beliebtheit. Das ist ein Ergebnis einer umfassenden Studie von Deutsche Bank Research und Deutschland-Monitor.

Das von privaten Anlegern in börsennotierten Indexfonds investierte Vermögen ist laut Studie inzwischen auf 35 Milliarden Euro angewachsen. Die meisten Privatanleger handeln dabei offenbar online oder über Direktbanken und investieren zunehmend über Sparpläne in ETFs. Die Marktanalyse zeigt auch, dass bei den Privaten das aktive Anlageverhalten deutlich zugenommen hat. Die DB-Research-Experten machen dafür zum einen die wachsende Auswahl an ETFs verantwortlich, die spezielle Themen oder Strategien wie zum Beispiel einzelne Branchen, Volatilitätsindizes oder Nachhaltigkeit abbilden.

 

Zum anderen würden Privatanleger ihre ETF-Anlagen vermehrt aktiv verwalten, worauf eine gestiegene Handelsaktivität hinweise. „Trotz dieser beeindruckenden Entwicklung sind ETFs allerdings noch ein Nischenprodukt – angesichts von 622 Milliarden Euro, die deutsche Privathaushalte insgesamt in Investmentfonds angelegt haben“, bemerkt Heike Mai von DB Research. Dank nicht oder sogar negativ verzinster Bankeinlagen könne sich das allerdings bald ändern