Ist Smart Beta schon wieder out?

Das Interesse der Anleger an sogenannten Smart-Beta-ETFs hat in den vergangenen Monaten offenbar deutlich nachgelassen. Netto flossen im zweiten Quartal 2018 aus den ETFs dieser Kategorie sogar rund 839 Millionen Euro ab, berichten die Analysten des französischen ETF-Anbieters Lyxor. Auch aus Faktor-ETFs, die sich bisher noch besser behauptet hatten, zogen die Investoren netto insgesamt rund 564 Millionen Euro ab. 

Im ersten Halbjahr 2018 hat das Gesamtvolumen des mit Smart-Beta-ETFs verwalteten Vermögens  damit zwar um 3,3 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro zugelegt, darin ist allerdings bereits die positive Entwicklung der Börsen in Höhe von 3,2 Prozent mit eingerechnet. Netto flossen in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt gerade einmal zwölf Millionen Euro an neuen Geldern in Smart-Beta-ETFs, errechnete Lyxor.

Lyxor schluckt Comstage und wird zweitgrößter ETF Anbieter in Europa

Fast zwei Jahre hat die Commerzbank nach einem Käufer ihrer ETF-Abteilung Comstage gesucht. Jetzt hat es wohl geklappt: Die französische Großbank Société Generale will von der Commerzbank den Geschäftsbereich Equity Markets & Commodities (EMC) erwerben, zu dem auch das ETF-Geschäft der Commerzbank gehört. Die Comstage-ETFs werden künftig vermutlich von Lyxor vertrieben, dem ETF-Anbieter der Société Generale.

Durch die Übernahme der Comstage-ETFs dürfte Lyxors ETF-Vermögen auf rund 70 Milliarden Euro steigen. Damit wäre Lyxor dann künftig der zweitgrößte ETF-Anbieter in Europa, nach Blackrock (iShares) und vor der Deutschen Bank (x-trackers), der aktuellen Nummer Zwei.

 

Die Übertragung der Handelsbücher und die entsprechenden Auswirkungen auf Bilanz und Erträge würden schrittweise erfolgen und voraussichtlich Ende 2018 beginnen, erklärt Société Generale. Rund 500 Commerzbank-Mitarbeiter sollen zur Société Generale wechseln.

 

Zum Kaufpreis schwiegen sich die beiden Banken aus. In Medienberichten war in den vergangenen Monaten von einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag die Rede. Die Fusion der beiden ETF-Anbieter steht auch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung verschiedener  Behörden. Société Générale geht davon aus, dass sie die Genehmigungen für das Projekt im 2. Halbjahr 2018 erhalten wird.

Preiswerte neue Anleihen-ETFs

Nahezu zeitgleich listen die US-Gesellschaften Invesco und Vanguard neue Unternehmens-Anleihen-ETFs an der Deutschen Börse (Xetra). Die neuen ETFs begeistern allein schon aufgrund ihrer sehr niedrigen Kosten. 

Mit den beiden ETFs von Invesco partizipieren Anleger an der Wertentwicklung variabel verzinslicher Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Der Invesco Euro Floating Rate Note UCITS ETF EUR Dist (ISIN IE00BDRTCP90) investiert dabei in Euro-Anleihen. Der Invesco USD Floating Rate Note UCITS ETF EUR Hdg Dist (ISIN IE00BFZ11324) bietet ein Investment in Anleihen, die in US-Dollar begeben werden. Dieser ETF wendet zusätzlich noch eine Absicherungsstrategie an, um das Wechselkursrisiko zwischen US-Dollar und Euro zu minimieren. Beide ETFs kosten 0,12 Prozent der Anlagesumme pro Jahr.

 

Fast genauso preiswert ist der neue Vanguard USD Corporate 1-3 Year Bond UCITs ETF (ISIN: IE00BDD48R20) können Anleger kostengünstig in Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating und kurzen Laufzeiten investieren. Benchmark des Fonds ist der Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate USD 1-3 Year Index. Die laufenden Kosten des Vanguard-ETFs betragen 0,15 Prozent. 

ETF-Kosten so niedrig wie nie zuvor

Am deutschen ETF-Markt wurde jetzt eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet. Als erster schlug der französische Anbieter Lyxor zu – besonders kräftig. Lyxor senkte die Gebühren einiger Basis-ETFs auf teilweise nur noch 0,04 Prozent pro Jahr.

 

Lyxors neue Speerspitze an der Preisfront ist die „Lyxor Core Range“, zu der insgesamt 15 physisch replizierende ETFs zählen. Die Core-ETFs beziehen sich jeweils auf Standardindizes aus dem Aktien- und Rentenbereich der wichtigsten globalen Märkte.

 

Xtrackers, die ETF-Sparte der DWS (Deutsche Bank), dreht ebenfalls kräftig an der Preisschraube. Um neue Kunden zu gewinnen, hat die DWS die Pauschalgebühren für fünf ETFs aus dem Bereich Euro-Geldmarkt und US-Staatsanleihen zum Teil auf bis zu 0,10 Prozent gesenkt.

 

Nach den jüngsten Preisoffensiven sind nun insgesamt 31 ETFs an der Deutschen Börse gelistet, deren laufende Kosten unter 0,1 Prozent pro Jahr liegen. Anleger investieren mit diesen Fonds in den europäischen, amerikanischen und japanischen Aktienmarkt.

Noch bessere Dividenden-ETFs

Dividenden-ETFs werden immer ausgefeilter. Xtrackers, die ETF-Abteilung der Deutschen Bank bzw. deren Fondsgesellschaft DWS, hat jetzt drei neue Dividenden-ETFs aufgelegt, die noch gezielter in Dividendenperlen investieren. 

Die neuen ETFs arbeiten dabei mit einem speziellen Qualitätsfilter. Dieser soll für eine Auswahl von Aktien mit starken Fundamentaldaten und nachhaltig hohen Dividenden sorgen.

 

Beim Xtrackers MSCI World High Dividend UCITS ETF  werden deshalb keine Aktien berücksichtigt, die in Bezug auf die Eigenkapitalrendite, die Schwankungen der Gewinne und den Verschuldungsgrad vergleichsweise schlechte Werte aufweisen. Ebenso werden Aktien herausgefiltert, die sehr hohe oder sogar negative Auszahlungsquoten aufweisen, und die keine Historie lückenloser Dividendenzahlungen aufweisen können.

 

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die beiden anderen neuen Xtrackers ETFs, die Morningstar Indizes abbilden, der Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF, der Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF .

 

Die von Morningstar entwickelte Economic Moat-Analyse hat zum Ziel, ein möglichst umfassendes Bild von der fundamentalen Stärke eines Unternehmens zu zeichnen, inklusive sogenannter weicher Faktoren wie dem Einfluss der Marke des Unternehmens. Die Morningstar Analyse hat den Anspruch, weiter zu gehen als lediglich die Bilanzzahlen zu analysieren. 

J.P. Morgan bringt ETFs an die Deutsche Börse

J.P. Morgan Asset Management hat jetzt fünf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Alle Fonds sind in Irland aufgesetzt und zugleich an der Londoner Börse notiert. Die drei Anleihen-ETFs setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit.

 

Mit der neuen ETF-Palette zielt die Fondsabteilung der US-Investmentbank wohl vor allem auf institutionelle Anleger. "Im Austausch mit institutionellen Anlegern haben wir Bedarf an Strategien erkannt, die weniger stark mit dem breiteren Markt korrelieren und dabei helfen können, Portfolios für ein zunehmend volatiles Umfeld zu rüsten", erklärt Bryon Lake, der bei J.P. Morgan das ETF-Geschäft in Europa leitet.

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%

Profi-Anleger fliegen auf Anleihen-ETFs

J.P. Morgan Asset Management ist jetzt auch in Deutschland mit ETFs präsent. Die US-Fondsgesellschaft hat jetzt fünf ETFs an der Deutschen Börse notiert. Dabei handelt es sich um drei Anleihen-ETFs und zwei ETFs mit Hedgefonds-Strategien. 

Die drei Anleihen-Produkte setzen auf sehr kurz laufende Staats- und Firmenpapiere, auf Schwellenländerbonds sowie auf Euro-Staatspapiere mit kurzer Restlaufzeit. Alle Fonds sind in Irland aufgelegt und auch an der Londoner Börse notiert. Die jährlichen laufenden Kosten liegen zwischen 0,10 % und 0,67 %.

 

Name ISIN
Laufende
Kosten p.a.
JPM USD Ultra-Short Income ETF  IE00BDFC6Q91    0,22%
JPM USD Emerging Markets Sovereign Bond ETF  IE00BDFC6G93  0,39%
Betabuilders Eur. Govt. Bond 1-3 Yr. ETF  IE00BYVZV757  0,10%
JPM Managed Futures ETF  IE00BF4G7290  0,57%
JPM Equity Long-Short ETF  IE00BF4G7308  0,67%
0 Kommentare

MiFID II bringt ETFs Vorteile

Die neuen MiFID II Vorschriften dürften sich positiv auf das Geschäft der ETF-Anbieter  auswirken. Seit Januar gilt Version zwei der „Markets in Financial Instruments Directive“. Vor allem zwei Neuregelungen sind für die ETF-Anbieter – und Anleger – von Vorteil.

Nach den neuen Regelungen müssen zum Einem alle Handelsumsätze der ETFs veröffentlicht werden:  Handelsumsätze an den Börsen genauso wie Geschäfte, die außerhalb der Börse abgeschlossen werden. Bislang blieben solche OTC-Geschäfte im Dunkeln.

 

Das umfassendere Reporting zeige, dass die Liquidität von ETFs viel höher sei, als es die meisten Investoren bisher angenommen hätten, erklärt Anraut Linas, Global Head of ETFs bei Lyxor. „Die neue Transparenz wird mehr Gelder von Investoren in ETFs ziehen“, prognostiziert Jürgen Blumberg, Head of Capital Markets Europa bei Powershares. 

 

MiFID II könnte sich auch aus einem weiteren Grund für die ETF-Häuser als vorteilhaft erweisen. Künftig werden nämlich die Provisionen für den Fondsvertrieb beschränkt. Nur Distributoren, die neben der reinen Orderabwicklung auch umfassende Beratung anbieten, haben nach dem Willen des Regulierers künftig Anspruch auf Bestandsprovisionen und ähnliche Rückvergütungen.

 

Bei ETFs gibt es schon jetzt weder Verkaufs- noch Bestandsprovisionen. „Das Plus an Transparenz bei der Kosten- gestaltung wird die Nachfrage nach ETFs anheizen“, sagt Stephen Cohen, Head of iShares Europa. 

Comstage-ETF: Dividenden mit weniger Risiko

Dieser neue Dividendenaktien-ETF ist einen Blick wert: Der Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-ETF von Comstage bietet ein Engagement in deutschen Dividendenaktien mit einer zusätzlichen Absicherung gegen Kursverluste.

 

Der Comstage Alpha-Deutschland-Dividende-Plus-UCITS-ETF enthält 50 deutsche Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Ziel ist eine langfristige Überrendite gegenüber dem breiten Aktienmarkt. Damit es mit dem Renditeplus auch ganz sicher klappt, hat Comstage noch ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. In oder vor schwachen Börsenphasen kann der ETF in begrenztem Umfang am Terminmarkt short gehen.

 

Die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung trifft dabei Fondsmanager Thomas Timmermann. Damit gehört der neue Comstage-ETF zur kleinen Gruppe der aktiven ETFs. Ziel seiner Strategie ist es, zu mindestens 75 Prozent an positiven Marktent- wicklungen zu partizipieren und mögliche Verluste gleichzeitig um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.„Eine hohe Absicherung wird nur dann vorgenommen, wenn die technische Analyse und die fundamentalen Wirtschaftsdaten Signale für eine Eintrübung der Börsenstimmung senden“, sagt Fondsmanager Timmermann. 

Bio-Tech-Aktien: Eine heiße Branche

Der Biotech-Sektor stand zuletzt nicht sehr im Fokus der Investoren. Doch das könnte sich bald ändern. Neben viel versprechenden Innovationen und einem günstigen regulatorischen Umfeld lockt auch die Aussicht auf Fusionen und Übernahmen. Blackrock hat vorsorglich schon einmal einen ETF auf den US-Biotechnologiesektor aufgelegt. 

Der neue iShares-Nasdaq-US-Biotechnology-UCITS-ETF ist der erste an der deutschen Börse gelistete Biotech-ETF. Er bietet Anlegern Zugang zur Wertentwicklung der etwa 160 im Nasdaq-Biotech-Index gelisteten Unternehmen, die im ETF entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. „Der Biotechnologie- und Pharma-Sektor bietet langfristig starke Wachstumsaussichten. Die Unternehmen profitieren zweifach: vom Megatrend des demografischen Wandels und von ihrer starken Marktposition, die sich aus Patenten ergibt“, sagt Peter Scharl, Leiter ETF & Index Investments in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock.

 

Die Bewertungsabschläge bieten laut Scharl aktuell eine besonders gute Einstiegsgelegenheit für Anleger. Der neue Biotech-ETF von iShares bildet den zu Grunde liegenden Index physisch ab. Die Gesamtkostenquote beläuft sich auf 0,35 Prozent. Die fünf größten Werte machen jeweils maximal acht Prozent des Index aus, alle übrigen Positionen werden mit höchstens vier Prozent gewichtet. 

2017: Ein ganz starkes ETF-Jahr

Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber schon jetzt steht fest, dass die ETF-Branche 2017 als Rekordjahr feiern kann. Von Neujahr bis Ende Oktober flossen rund 517 Milliarden Dollar weltweit in ETFs und ähnliche Anlageinstrumente. Damit haben Anleger bereits in den ersten drei Quartalen mehr Geld in ETFs gepackt als im gesamten Vorjahr. 

Die starken Zuflüsse und die festen Aktienmärkte hoben damit bis Ende Oktober das globale ETF-Vermögen auf 4,5 Billionen Dollar, rund eine Billion mehr als Ende 2016. Das berechneten die Analysten der US-Fondsgesellschaft Blackrock.

 

Über weite Strecken besonders gefragt waren in diesem Jahr Fonds mit US-Aktien, dem breiten Welt-Aktienmarkt und Emerging-Markets-Aktien. Europäische Aktien stehen weiterhin im Schatten der Wall Street. Zwar setzen Investoren aus Europa setzen weiterhin auf Aktien ihrer Heimat, der Appetit der US-Anleger auf dieses Marktsegment hat jedoch etwa seit Jahresmitte nachgelassen hat. Aus US-ETFs mit europäischen Aktien zogen US-Anleger im dritten Quartal mehr als eine Milliarde Dollar ab.

 

Weltweit relativ stark bleibt dagegen die Nachfrage nach Schwellenländer-Aktien. Allein im Oktober konnten diese ETFs per Saldo fast fünf Milliarden Dollar neue Gelder verbuchen. Für ETFs mit Anleihen der Schwellenländer war dagegen der Oktober der erste Monat 2017 mit Abflüssen. Diese gingen Mehrheitlich zulasten von Papieren in den jeweiligen Landeswährungen.

Vanguard drückt die ETF-Preise runter

Mit mehr als 4,5 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen, fast 400 Fonds, 15 000 Mitarbeitern und mehr als 20 Millionen Anlegern ist die US-Fondsgesellschaft Vanguard einer der größten Vermögensverwalter – und weltweit die Nummer zwei im ETF-Geschäft. Ende Oktober listete der US-Riese mehr als 20 ETFs an der Deutschen Börse. Weitere sollen folgen.

Anleger dürfen den Vorstoß begrüßen: Vanguard-ETFs gehören oft zu den billigsten am Markt. Künftig könnten deshalb in der deutschen ETF-Welt die Gebühren der Fonds abermals ins Rutschen kommen. Vanguard-Deutschland-Chef Sebastian Külps nennt das im Interview mit dem ETF-Magazin (Ausgabe 4-2017) nicht ohne Stolz „den Vanguard- Effekt“. Allerdings: Vanguard bietet fast ausschließlich ETFs für die großen Indizes. ETFs für – mitunter oft spannende – Nischenmärkte soll es von Vanguard bis auf Weiteres nicht geben. 

Jetzt auch ETFs von Franklin Templeton

Die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton bietet nun auch seine erste ETFs in Europa an.  Anfang September wurden vier neue Smart-Beta-ETFs des Fonds-Traditionshauses  an der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet.

Die neuen börsennotierten Indexfonds (ETF) von Franklin Templeton werden unter dem Markennamen Liberty-Shares vertrieben. Die ersten vier Liberty-Shares-ETFs beruhen auf einem Multi-Faktor-Ansatz. Mit diesem wird das jeweilige Aktienuniversum nach den Faktoren Qualität, Bewertung sowie Momentum und Volatilität gefiltert.  

In den USA bietet Franklin Templeton bereits seit vergangenem Jahr sieben Smart-Beta-ETFs sowie vier aktive ETFs an. Nach dem großen Erfolg von ETFs und dem rasanten Wachstum im Smart-Beta-Segment steigen immer mehr Fondsgesellschaften in das  ETF-Geschäft ein. Das scheint zu lohnen: So sammelte etwa Fidelity mit seinen ersten beiden ETFs in Europa in wenigen Monaten mehr als 130 Millionen Euro ein.

Multi-Faktor-ETF für mehr Rendite

Über verschiedene Faktoren in den US-Aktienmarkt investieren, ohne sich Gedanken über das Timinng der einzelnen Faktoren machen zu müssen. Das will ETF-Anbieter Invesco PowerShares den Anlegern mit dem neuen  S&P-500-QVM-ETF ermöglichen.

Der Multi-Faktor-ETF setzt mit wechselnden Gewichten auf die Renditefaktoren Qualität, Value und Momentum. Ziel der Kombi-Packung ist, höhere risikoadjustierte Renditen zu erreichen, als ein aus mehreren Einzelfaktor-Strategien bestehendes Portfolio. „Die Multi-Faktor-Methodik ermöglicht eine Fokussierung auf bestimmte Faktoren, ohne dass Anleger selbst entscheiden müssen, wann sie auf welche Faktoren setzen sollten. Gleichzeitig entgeht ihnen dadurch aber auch nicht das Wertzuwachspotenzial, das sie mit der besten Faktorauswahl erhalten hätten“, erläutert Michael Huber, Head of Distribution bei Invesco PowerShares Deutschland.

Schutz vor steigenden US-Zinsen

Lyxor bietet einen neuen ETF für Anleger, die in US-Unternehmensanleihen investieren möchten, gleichzeitig aber einen weiteren Zinsanstieg befürchten: Der neue Lyxor USD-Floating-Rate-Note-ETF.

Der Floater-ETF basiert dem Bloomberg-Barclays-US-Corporate-FRNI-2-7-Yr-Total-Return-Index und investiert in variabel verzinsliche Investment-Grade-Anleihen von US- und teilweise auch Nicht-US-Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Versorgung und Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von zwei bis sieben Jahren. Die Kuponzahlungen der Anleihen werden laufend der Entwicklung des 3-Monats-Libor angepasst. „Für uns war es wichtig, einen simplen und kostengünstigen Weg für Investoren zu schaffen, die in den in Dollar denominierten FRN-Markt einsteigen wollen,“ erklärt Stefan Kuhn, Leiter des Lyxor ETF-Geschäfts im deutschsprachigen Europa.

Erster ETF für Grüne Anleihen

Der französische ETF-Anbieter Lyxor hat jetzt den ersten Green Bond ETF aufgelegt. Der Lyxor Green Bond ETF bildet den Solactive Green Bond EUR USD IG Index ab und ermöglicht Anlegern so den Zugang zu einem Portfolio von 116 Investment Grade Green Bonds in Euro und US-Dollar. Die Emittenten dieser Anleihen finanzieren darüber beispielsweise Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels oder Investitionen in erneuerbare Energien.

Das Angebot von Green Bonds wächst rasant. Zwischen 2013 und 2016 stieg alleine das Volumen der Neuemissionen von Green Bonds von 11 Milliarden auf 81 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtmarkt beläuft sich inzwischen auf 170 Milliarden US-Dollar. Die Anleihen müssen dabei den Standards der Climate Bond Initiative entsprechen, eine Restlaufzeit von mindestens zwölf Monaten sowie ein Marktvolumen von mindestens 300 Millionen Euro oder US-Dollar aufweisen. „Der Green Bond ETF ist ein weiterer Schritt von Lyxor, der Nachfrage nach einer breite Palette von nachhaltig ausgerichteten Investmentprodukten zu entsprechen,“ sagt Stefan Kuhn, Leiter des deutsch-sprachigen ETF-Geschäfts bei Lyxor.

Anleihen-ETFs werden billiger

Die Deutsche Asset Management hat jetzt fünf Renten-ETFs mit besonders niedrigen Gebühren aufgelegt. Die Core-Renten-ETFs ermöglichen Investments in Euro- und US-Staatsanleihen, sowie in Unternehmensanleihen der Eurozone und der USA, sowie in Euro-Hochzins-Anleihen. Die jährlichen Kosten dieser ETFs betragen 0,15 bzw. 0,16 Prozent pro Jahr. Der Highyield-ETF kostet 0,35 Prozent pro Jahr. 

Im Vergleich zu anderen ETFs mit ähnlichem Investmentfokus zählen die neuen db x-trackers Core Renten ETF damit zu den günstigsten Angeboten. Nur die ETF-Anbieter Comstage und Amundi bieten ähnlich fokusierte ETFs an, die ein bis drei Basispunkte preiswerter sind. Allerdings setzen diese ETFs auf synthetische Replikation, bilden also den jeweiligen Index mit Hilfe einer Derivat-Konstruktion ab. Alle neuen db X-trackers Core Renten-ETFs zeichnen sich dagegen durch direkte, physische Indexreplikation aus.

ETF Markt: JP Morgan will auch dabei sein

Immer mehr Anbieter aktiver Investmentfonds wollen ein Stück vom großen ETF-Kuchen abhaben. Nach Fidelity will nun auch JP Morgan in Europa im ETF-Geschäft mitmischen. In den USA hat JP Morgan bereits in einigen ETFs mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt. In Europa soll Bryon Lake, der bis März noch als ETF-Chef von Invesco PowerShares sein Glück versuchte, das neue ETF-Baby von JP Morgan zur Welt bringen. 

Die offizielle Begründung für den Vorstoß in den Wachstumsmarkt ETF dürfte bei JP Morgan die gleiche sein wie bei Fidelity: "Wir können auf die langen und reichhaltigen Erfahrungen zurückgreifen, die es bei Fidelity im Bereich der aktiv verwalteten Fonds gibt", erklärte mir kürzlich Fidelitys ETF-Chef Nick King im Interview für das ETF Magazin. Deshalb seien ETFs eine gute Ergänzung der bisherigen Produktpalette. (Vor allem für das Konto der Fondsgesellschaft, werden böse Zungen hinzufügen). Das neue ETF Magazin mit dem Fidelity-Interview erscheint übrigens am 12. Juni. 

Institutionelle bauen auf ETFs

Institutionelle Investoren aus Europa setzen ETFs so stark ein wie nie zuvor. Das zeigt eine Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Greenwich Associates im Auftrag der Fondsgesellschaft BlackRock. An der Studie haben 132 institutionelle Investoren aus Europa teilgenommen. Die Studie läßt fünf Faktoren erkennen, wegen der institutionelle Investoren vermehrt ETFs einsetzen. 

Die fünf wichtigsten Gründe, warum die Anlageprofis immer stärker auf  ETFs bauen sind laut BlackRock: 

  • Verbesserung der Liquidität, speziell im Bereich Anleihen
  • Volatilitätsmanagement im Zusammenhang mit Marktereignissen wie dem Brexit
  • Ergänzung und Ersatz anderer Anlageinstrumente
  • Risikomanagement und Niedrigzinsumfeld meistern
  • Zugang zu Märkten, die sich 2017 überdurchschnittlich gut entwickeln dürften 

 Versicherer sind unter den institutionellen Investoren aus Europa inzwischen die Gruppe, die ETFs am häufigsten einsetzt Damit haben sie die Gruppe der Asset Manager, die ETFs 2015 besonders verbreitet nutzte, überholt. Unter den Pensionsfonds verwenden nun fast sechs von zehn Befragten ETFs, im vergangenen Jahr waren es nur vier von zehn.Investmentansatz wird von 63 Prozent der Nutzer bejaht.

 

Aufgrund des systematischen Ansatzes funktionieren Smart-Beta-Strategien zudem zumeist wie erwartet: 96 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Smart-Beta-Investments ihre Erwartungen erfüllt haben.

Nachhaltig und umweltbewußt investieren

Anlagelösungen, die Umweltschutz, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in den Fokus stellen, liegen im Trend. Mehrere neue ETFs für Aktien und Renten bieten sich für umweltbewußte Anleger an. 

Mit dem db-x-trackers-II-ESG-Corporate-Bond-ETF hat die Deutsche Asset Management jetzt einen der ersten nachhaltig ausgerichteten ETFs für den Rentenmarkt aufgelegt. Mit dem neuen ETF investieren Anleger in Unternehmensanleihen mit ESG-Nachhaltigkeitsrating (Environmental, Social and Governance). Der ETF bildet dabei den MSCI-Euro-Corporate- Sustainable-and-SRI-Index physisch nach. Enthalten sind ausschließlich Unternehmen, die in den Bereichen Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Corporate Governance weit reichende Anforderungen erfüllen. Die Anleihen müssen zudem über die Bonitätsstufe Investment-Grade und über ein Mindestvolumen von 300 Millionen Euro verfügen.

 

BNP Paribas hat unterdessen einen neuen ETF auf Aktien umweltbewusster Unternehmen an die Börse gebracht. Der BNP-Paribas-Low-Carbon-100-Europe-ETF investiert direkt in die 100 liquidesten Unternehmen, die laut der internationalen Akademie für Energie mit besonderem Umweltbewusstsein glänzen. Die Auswahlkriterien sind unter anderem Energieeffzienz und Engagement in erneuerbaren Energien. Das Besondere: Die Gewichtung im Index erfolgt nach Höhe des CO2-Ausstoßes und dem Anteil „grüner“ Energie. Da Schwellenländer von Klimawandel und Umweltverschmutzung besonders betroffen sind, ist dort der Investitionsbedarf in nachhaltige Energieprojekte und Ressourceneffzienz besonders hoch.

 

Mit dem ebenfalls neu aufgelegten BNP Paribas MSCI Emerging Markets SRI können Anleger jetzt gezielt in die Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus 23 Schwellenländern investieren, die über ein herausragendes ESG-Rating verfügen und besonders nachhaltig wirtschaften. Der ETF bildet den zu Grunde liegenden Index dabei synthetisch nach.